Ist der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB e.V.) als oberster Spitzenverband für den deutschen Motorsport flexibel?
Ja und nein.
Ganz sicher flexibel, wenn es darum geht, in Zusammenarbeit mit Veranstaltern und Organisationen Rahmenbedingungen für Konzepte zu Off-Road Veranstaltungen zu entwickeln. Oder wenn es gilt, die Richtlinien des Motorsport-Weltverbandes FIA in nationalen Aktivitäten professionell umzusetzen - zur gefahrlosen und sicheren Ausübung eines sehr aktiven und spannenden Sports durch DMSB-lizenzierte Teilnehmer und DMSB-Sportwarte.
Ganz sicher und aus gutem Grund nicht flexibel, wenn es darum geht, aus Kostengründen notwendige Sicherheitslevel zu senken und Gefahrenpotentiale für Zuschauer, Teilnehmer und Sportwarte zu ignorieren.
Aus diesem Grund sind Unfälle bei lizenzierten Motorsport-Veranstaltungen in Deutschland sehr selten und die Aufarbeitung erfolgt im DMSB durch Fachabteilungen nachhaltig.
Alle bedeutenden deutschen Motorsport-Prädikate werden durch den DMSB lizenziert ausgeschrieben.
Welche Vorteile hat ein Veranstalter bei der Durchführung einer lizenzierten Motorsport-Veranstaltung?
Jede Organisation, die über einen Dachverband beim DMSB eine Motorsportveranstaltung anmeldet, erhält mit der DMSB-Genehmigung eine Überwachung und Betreuung sowie Beratung und Hilfestellungen, die von den Veranstaltern abgerufen werden können. DMSB-Experten können hierbei nicht nur auf den Erfahrungsschatz von rund 700 DMSB-genehmigten Motorsportveranstaltungen im Jahr zurückgreifen, sondern tauschen sich in Fachausschüssen
und Arbeitsgruppen auch untereinander und interdisziplinär gegenseitig aus. Fachausschüsse und deren Mitglieder stehen insbesondere den Veranstaltern sehr nahe. Im lizenzierten Off-Road Motorsport ist dies der Fachausschuss Off-Road, zuständig für Autocrossveranstaltungen.
Die Zuteilung eines bedeutenden Prädikats, z.B. die Deutsche Meisterschaft, wertet die angemeldete Veranstaltung deutlich auf und stellt eine besondere Alleinstellung dar, die sich positiv vermarkten lässt.
Sicherheitsexperten des DMSB besuchen die Rennstrecken und beraten über Ausrüstungen und Einrichtungen für eine sichere Durchführung der Rennen. Ebenso erteilen die Experten eine Zulassung der Rennstrecke, ein Zertifikat für die Einhaltung aller Auflagen des DMSB und/oder den internationalen Verbänden zur optimalen Sicherheit.
Sind es die "sehr großen Entfernungen", die es scheinbar unmöglich machen, um die Deutsche Meisterschaft im Autocross zu fahren?
Eine Deutsche Meisterschaft findet in der Regel auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland statt, regional sind nur evtl. Vorläufe zu einem Endlauf um den Titelgewinn vorteilhaft. Ein deutscher Meister hat seine Leistung überregional in Deutschland gezeigt. Die seit 1989 bestehende Fläche der Bundesrepublik bietet in allen Teilen interessante Rennstrecken, deren Erreichbarkeit sehr gut ist. Ebenso lohnen sich dabei immer
lokale weitere Besuche rund um die Rennstrecken. Wer sich intensiv um die Deutsche Meisterschaft bemüht, fährt viele Kilometer, um sich mit den Besten der Besten zu messen, in allen Landesteilen. Der Aufwand ist höher als bei regionalen Pokalwettbewerben, es geht aber auch um den höchsten deutschen Titel im lizenzierten Off-Road Motorsport; immer als bedeutende Stufe zu sehen, um sich weiter zu profilieren und für die
Qualifikation bzw. Teilnahme an der Europameisterschaft geltend.
Ist der Zeitaufwand für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft zu groß?
Derzeit besteht die Deutsche Meisterschaft aus je acht bis zehn überregionalen Veranstaltungen. Rechnet man vier Tage je Veranstaltung bei acht Rennen so ist man ungefähr 32 Tage von 365 Tagen im Jahr unterwegs. Zur Teilnahme an Top-Events mit den besten Fahrern aus Deutschland ist dieser Aufwand sicher vertretbar im Vergleich zum heimischen Lokalrennen, das an einem Tag stattfindet.
Ist die Durchführung einer Veranstaltung zur Deutschen Meisterschaft für die Veranstalter "zu teuer"?
Vieles war früher billiger, so auch die Durchführung einer Veranstaltung. Das wissen die Veranstalter mit einer genauen Budgetkontrolle sehr gut. Dabei ist auch zu erkennen, in welchen Bereichen die wesentlichen Teuerungen liegen. Bei einem DM-Lauf liegen die Unterschiede im Wesentlichen in den höheren Anforderungen und in einem höheren Level bei der Sicherheit der Rennstrecken, technischen Anlagen und Unterstützung der
Teilnehmer. Professioneller Motorsport muss durchgängig professionell sein und kann nicht beim Können der Fahrer aufhören.
Bei einem DM-Lauf sind höhere Kosten in erster Linie für die Ausstattung der Sicherheits- und Notfalleinrichtungen, die Ausbildung der Sportwarte und für die Zuschauerakzeptanz anzurechnen. Daraus ergeben sich Mindestanforderungen bei einer Veranstaltung zu einer Deutschen Meisterschaft, auf die letztlich auch die Teilnehmer erwartungsgemäß vertrauen können.
Verlangt der DMSB e.V. "zu viele" Auflagen?
Es ist die Aufgabe eines Dachverbandes, in Regelwerken darzustellen, was unbedingt und in welcher Form zu einer Veranstaltung vorher, bei und nachher durchzuführen ist. Für die Sicherstellung des entsprechenden Grades der Veranstaltung gelten auch verschiedene Regelwerke. Nach vielen Jahren Erfahrung und einer sehr hohen Anzahl durchgeführter Veranstaltungen sind die immer wieder optimierten vorhandenen Regularien eher praktische
Anwendungshilfen und für die meist ehrenamtliche Tätigkeit der Sportwarte unerlässlich.
Nach Recht und Gesetz müssen alle Beteiligten, insbesondere ehrenamtlich tätigen Personen, finanziell, sozial und gesundheitlich abgesichert sein, wenn sie eine Veranstaltung ausrichten oder als Teilnehmer beteiligt sind. Und sie müssen sich darauf verlassen können.
Müssen "zu viele" Funktionäre vom Veranstalter bezahlt werden?
Eine DMSB-Veranstaltung erfordert je nach Veranstaltungstyp eine unterschiedliche Anzahl eingesetzter und unerlässlicher Sportwarte. Eine DMSB-Veranstaltung zur Deutschen Autocross-Meisterschaft z.B. erfordert folgende Sportwarte mit einer DMSB-Sportwarte-Lizenz:
1 Rennleiter, 1 Leiter der Streckensicherung, 2 Sportkommissare, 2 Technische Kommissare und 1 Zeitnehmer. Alle anderen direkt vom Veranstalter einzusetzenden Sportwarte sind Helfer und benötigen keine Sportwartelizenz.
Die unerlässlichen Sportwarte haben ihre Lizenz nach einer Ausbildung mit Prüfungsabschluss erhalten und zahlen die Lizenzgebühr in der Regel jährlich selbst.
Bei einer deutschen Prädikatsveranstaltung, z.B. einem Lauf zur Deutschen Autocross-Meisterschaft werden bis auf einen permanenten DSMB-Sportkommissar und einen DMSB-Technischen Kommissar alle Sportwarte und Helfer vom Veranstalter eingesetzt und direkt "entlohnt", in welcher Form auch immer. Dies liegt im Ermessen des Veranstalters.
Die Fahrtkosten des permanenten DMSB-Sportkommissars und des permanenten DMSB-Technischen Kommissars übernimmt vollständig der DMSB.
Die Offiziellen des DMSB e.V. werden vermutlich gut bezahlt …
Bei einem Deutschen Meisterschaftslauf werden also zwei permanente Sportwarte , ein Sportkommissar und ein Technischer Kommissar vom DMSB eingesetzt. Beide erhalten vom DMSB - keinesfalls vom Veranstalter - eine Fahrtkostenerstattung gemäß den steuerlichen Richtlinien für eine Dienstreise, der Veranstalter ersetzt dann nur noch die Übernachtung und das so genannte "Tagegeld" (nach Steuerrichtlinie je nach Dauer pro Tag 6.-/12.- od. 24.-€).
Darüber hinaus erhalten diese beiden Sportwarte bei einem Einsatz zu einer Veranstaltung im Off-Roadbereich des DMSB keine weitere Erstattung für Verpflegungsmehraufwand usw.
Die DMSB-Sportwarte wohnen in einen Super-Hotel und bekommen auch noch Fahrgeld
Für die Übernachtung während eines Laufs zur Deutschen Meisterschaft bucht und zahlt der Veranstalter die Hotelzimmer für die beiden permanenten DMSB-Sportwarte. Das Hotel legt der Veranstalter fest, eine Kategorie ist nicht verbindlich.
Die Fahrtkosten für die beiden permanenten DMSB-Sportwarte zahlt der DMSB.
Haben sich die Fahrerinnen und Fahrer bei einer DMSB-Veranstaltung "schlichtweg nur zu unterwerfen", nichts anderes gilt?
Nach eingehendem Studium des motorsportlichen Regelwerks wird schnell klar, dass alle Teilnehmer im Wettbewerb gegeneinander um Platzierungen fahren, selbstverständlich nach den Regeln des jeweiligen Motorsports, dem gültigen Reglement. Dies ist weltweit bei allen sportlichen Veranstaltungen so.
Bei einem Regelverstoß werden Wertungs- oder Sportstrafen vom Rennleiter oder von den (Off-Road: beiden) Sportkommissaren festgesetzt. Gegen diese Strafen stehen den Betroffenen weitgehende offizielle Rechtsmittel zu (Protest, Berufung). Die dazu notwendigen Verhandlungen werden ebenfalls rechtlich in einer vorgeschriebenen Form geführt.
Die dazu erstellten Richtlinien und Vorschriften des DMSB sind vollständig und gehen weit über das hinaus, was in der Praxis allgemein bekannt ist. Davon profitieren im Falle der Notwendigkeit Teilnehmer, Sportwarte und Veranstalter.
Das Preisgeld ist im Verhältnis zum Aufwand und zur Bedeutung der Deutschen Meisterschaft ziemlich bescheiden.
Der DMSB schreibt für die Deutsche Autocross-Meisterschaft kein Preisgeld aus. Generell gilt aber auch: Je mehr Teilnehmer, je höher kann das Preisgeld sein.
Im Bereich Autocross zahlen die Veranstalter bei der Veranstaltung und am Jahresende ein Preisgeld im Rahmen der Deutschen Autocross-Trophäe.
In 2006 wurde das Werbeangebot für den Themenbereich Autocross neu formuliert, um die Werbetreibende Wirtschaft aufmerksam zu machen.
Werbeangebote an potentielle Sponsoren fanden in den letzten Jahren nicht statt.
Insofern ist es richtig, dass dies einen hohen Einsatz erfordert.
Man müsste die Preisgelder deutlich anheben, damit sich die DM deutlich abhebt …
Auch bei der DM sind wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen.
Muss ein Veranstalter Rennen "mangels Masse" absagen?
Ein Veranstalter erstellt mit seiner Veranstaltung ein rechtlich gültiges Angebot nach wirtschaftlichen und kommerziellen Grundsätzen. Bei einer zu geringen Teilnehmerzahl zu einem oder mehreren bestimmten Zeitpunkten kann der Veranstalter "nachbessern", damit sein Angebot wahrgenommen wird.
Sollte das Angebot und die werblichen Bemühungen eines Veranstalters nicht erfolgreich sein, kann die Veranstaltung abgesagt werden.
Auch für die Veranstalter müssen die Kosten deutlich gesenkt werden
Das trifft generell auch wie bei jedem Wirtschaftsbetrieb zu, Planungs-, Budget- sowie Controllinggrundsätze gelten auch im Motorsportbereich.
Die DMSB Gebühren bei einer DMSB-Veranstaltung entsprechen seit Jahren den dafür verfügbaren Leistungen oder dem Kostenaufwand für Sportwarte usw.
Gibt es potentielle Fahrzeuge und Teilnehmer, die an der DM teilnehmen können?
Ja. An jedem Austragungsort der DM und in dem entsprechenden lokalen Raum gibt es Fahrzeuge und Teilnehmer, die z.B. im Autocross mit einer einfach zu erwerbenden Tageslizenz starten können.
Die Fahrzeuge müssen gemäß dem Internationalen Sportgesetz der FIA, des Weltverbandes für den Motorsport, in jedem Land den technischen Bestimmungen des ASN, in Deutschland dem DMSB e.V. entsprechen -Sicherheit ist das oberste Gebot - und einen DMSB-Wagenpass besitzen.
Warum gibt es bei lizenzierten Autocross-Rennen den DMSB-Wagenpass und kostet der "sehr viel Geld"?
Der Wagenpass bestätigt die Einsatztauglichkeit des Sportgerätes für den Motorsport; ein gutes Gefühl für umgerechnet ca. 5 Euro pro Monat in zwei Jahren. Und alle Veranstaltungen stehen Ihnen offen.
Sie wollen mit Ihrem Fahrzeug lizenzierten Autocross-Sport betreiben? Dann gilt: Ihr Auto, ob Tourenwagen, Produktionswagen oder Spezialcross-Fahrzeug, benötigt Papiere. Genau wie Sie eine Lizenz vorweisen müssen. Da es sich in der Regel beim Autocross um ein reines Rennfahrzeug ohne Straßenzulassung handelt - ist der DMSB-Wagenpass erforderlich.
Die Sicherheitsvorrichtungen für das Auto, dazu gehören u.a. Überrollkäfige, Abschleppösen, Tank, spezielle Sicherheitsgurte, Stromkreisunterbrecher usw. Eventl. Umbauten also, die am besten vom Fachmann geprüft werden; so steuern Sie auf den Wagenpass zu.
Und den erhalten Sie wie folgt:
Entweder direkt und sofort beim nächsten Autocross-DM-Lauf mit dem DMSB-Sachverständigen sprechen, sofern dieser der Technische Kommissar des DMSB vor Ort ist. Das ist in vielen Fällen der Fall und damit kann die Wagenpass-Abnahme direkt bei der Veranstaltung stattfinden.
Oder Sie erhalten vom DMSB die Anschrift eines DMSB-Sachverständigen in der Nähe Ihres Wohnortes, mit dem Sie einen Termin vereinbaren können.
Damit haben Sie das Gutachten erlangt, falls Sie das bei bzw. vor der Veranstaltung erledigen, ist auch sofort die Teilnahme des Fahrzeugs am Rennen möglich.
Dann wird der Vorgang dokumentiert, das ist ein normaler Ablauf, bei dem die zuständigen Stellen des DMSB Sie gern unterstützen.
Sie laden auf der Homepage des DMSB einen Antrag für den Wagenpass herunter und füllen diesen mit den Fahrzeugdaten aus. Bei Serientourenwagen gibt es ein Datenblatt dazu. Außerdem schicken Sie Fotos mit. Der DMSB überträgt die Daten in den Pass und stempelt ihn.
Der Wagenpass gilt für zwei Jahre - wie beim TÜV - dann ist eine Nachuntersuchung fällig.
Bei Rückfragen erhalten Sie garantiert Antwort unter der Emailadresse technik@dmsb.de.
Die Kosten für den Wagenpass
Bei der Veranstaltung berechnet der Techniker des DMSB, sofern er als Sachverständiger dazu berechtigt ist, für die Grundabnahme 60 Euro, für die Wiederholungsabnahme 40 Euro. Zusatzleistungen wie Fotos, Abnahme von Eigenbau-Überrollkäfigen usw. sind als Angebot an die Fahrer bei der Veranstaltung inklusive. Daher lohnt es sich, zu erkunden, wann und bei welcher Autocross-Veranstaltung die Abnahmen vor Ort möglich sind.
Außerhalb der Veranstaltungen können die Preise bei verschiedenen Sachverständigen und Orten unterschiedlich sein.
Die Bearbeitungsgebühr beim DMSB beträgt einmalig € 80,00 (€ 74,77 + 7% Mwst.). Für Serientourenwagen sind es 15 Euro mehr. Die Wiederholungsabnahme nach zwei Jahren dokumentiert der Sachverständige in dem Wagenpass.
Bei jedem lizenzierten Autocross-Rennen folgt die technische Abnahme vor Ort, bei der Sie den Wagenpass vorlegen. Und Sie können ins Rennen starten!
Der DMSB und der Fachausschuss Off-Road freut sich über Ihre Teilnahme am lizenzierten Motorsport und unterstützt Sie gern mit Informationen und wo immer es möglich ist.
H. Klemann
Vorsitzender DMSB Fachausschuss Off-Road




