Als der Terminkalender innerhalb der Veranstaltergemeinschaft "DAV" besprochen wurde und für Höchstädt nur ein Termin Ende April blieb, waren die Befürchtungen auf Veranstalterseite groß, ein Schneerennen im Fichtelgebirge fahren zu müssen. Aber dann gab es beim Auftaktrennen der Saison 2009 am 19. April herrlichstes Frühlingswetter. Wenn auch in der Nacht davor Regen die Strecke ziemlich schlammig werden ließ, so gab es doch am Sonntag schon jede Menge Staub.
Großes Lob an die Veranstalter, besonders die Familien Krautzberger und Wanninger, die trotz Vorbereitung als Rennfahrer und Fahrerteam die Organisation in die Hand genommen hatten. Und das ist schon so nicht einfach, als 1. Veranstalter sowieso nicht und wenn dann noch ein neues Reglement umgesetzt werden muss, wird es richtig schwierig.
Auch wenn sich manche Fahrer mehr Streckenarbeiten gewünscht hätten, so war es doch eine gelungene Veranstaltung, die bei allen Aktiven und hoffentlich auch bei den Zuschauern den Wunsch nach "mehr" weckte.
Lokalmatador Achim Krautzberger hatte bis zur letzten Minute mit der Anmeldung gewartet und überlegt, ob er überhaupt fahren sollte. Am Ende war er überglücklich mit seinem 5. Platz, hatte er doch Fahren und Organisieren super unter einen Hut bekommen. Zwar hatte er bei all den Vorbereitungen an der Rennstrecke sein neues "Gefährt" noch nicht an den Start bringen können, aber diese Saison soll es noch was werden und bis es soweit ist, wird sein alter Renault 19 hoffentlich noch gute Dienste leisten.
Pech hatte dagegen Lokalmatador Christoph Wanninger. Immer wieder riss ihm der Antrieb weg, so dass er riesige Lenkprobleme hatte. Nach mehrmaligem Bauen und dem 2. Lauf gab er auf und widmete sich nur noch den anstehenden Veranstalteraufgaben. Dies könnte also füe ihn der erste Streichlauf sein, der in dieser Saison eingeführt wurde: Bei jedem Fahrer wird am Ende der Saison der schlechteste Lauf gestrichen, man muss aber gestartet sein. So soll verhindert werden, dass Fahrer eine Strecke komplett "abwählen" können und dieser Veranstalter vielleicht sehr wenige Starter hat.
Klasse 1
Hier kam gleich eine der neuen Regelungen des Reglements zum Einsatz. Bisher galt eine Klasse als Klasse, wenn 3 Fahrzeuge an den Start gingen. Jetzt müssen mindestens 5 Fahrzeuge gestartet sein. Ist das nicht der Fall, wird von Vornherein mit der Klasse der gleichen Gruppe zusammengelegt. Die Klasse 1 fuhr also gemeinsam mit der Klasse 2 und galten als eine Klasse, die gemeinsam gewertet wurde. Die schwächeren Klasse 1-Autos hatten auf dieser Strecke nicht viele Chancen. Auf anderen Strecken kann das ja anders sein. Vielleicht gehen zukünftig aber auch 5 Fahrzeuge an den Start.
Klasse 1 / 2
Klassensieger und Finalsieger wurde hier Uwe Wagner (202), an den Nichts und Niemand herankam. Auch für DM-Neueinsteiger Henrik Bundesmann (218) und Vorjahres-Klassensieger Mario Detzer (201) lief es gut. Bundesmann gewann alles in seiner Gruppe, war aber bei der gemeinsamen Wertung beider Gruppen "nur" der Zweitschnellste. Der Kesseltaler Neueinsteiger Jürgen Fick (121) hatte im Zeittraining einen Getriebeschaden zu beklagen und hatte sich schon abgemeldet. Sein Team war aber überzeugt, den Getriebewechsel noch in den Griff zu bekommen und so nahm er die Abmeldung wieder zurück. Zwar wurde sein Suzuki Swift ständig von einer Rauchfahne umhüllt, mit dem 8. Platz konnte er sich jedoch für das Finale qualifizieren, das er dann als 6. beendete.
In der ersten Runde des 3. Laufes führte Dennis Vesper (203), ein Plattfuss verhinderte jedoch, dass er diesen Triumph hätte ins Ziel fahren können. Alle Kräfte abverlangt wurde Nicole Straub, die Schaltprobleme hatte und ihren 2. Gang ständig festhalten musste.
Klasse 3
Wolfgang Schwarz (302), Peter Lang (301) und Andreas Fürst (309) schenkten sich nichts, klebten im ersten Lauf förmlich aneinander, am Ende konnte ihn Fürst für sich entscheiden. Nachdem Schwarz den 2. Lauf und Lang den 3. Lauf für sich entscheiden konnten, brachte die Addition der 3 Qualifikationsläufe Schwarz als Tagessieger hervor. Der hatte dann zwar die Pole Position, konnte aber gegen den Super-Start von Lang nichts ausrichten und musste sich hinter ihm einreihen. Peter Wiedemann (303) musste im Finale vorzeitig aufgeben, weil die Motorhaube aufschlug und ihm die Sicht nahm.
Klasse 4
Diese Klasse ist wahrscheinlich die Zukunft des Autocross. 11 Fahrzeuge gingen an den Start und ein paar sollen noch in heimischen Garagen auf die Fertigstellung und ihren ersten Einsatz warten. Im ersten Lauf gewann jeweils ein Laubach-Bruder in seiner Gruppe. Die Zeit von Steven (401) war dann aber die Bessere. Technische Probleme bei Niklas (414) verhinderten weitere Bruder-Kämpfe um Siege und Platzierungen. Reimer Söhl (405) hatte im 2. Lauf Pech, als er fünf Runden in Führung liegend, in der letzten Runde zu weit an den Rand kommt, über eine Kuppe schießt und vorzeitig beenden musste. Natalie Straub (403) fuhr konstant und konnte so den 3. Platz in der Gesamtwertung einfahren. Für Klassen-Neueinsteiger Rene Mandel (444) und Willi Schulze (415), sie und Niklas Laubach könnten noch als Junioren in der Klasse 9 starten, ging es eher auf und ab. Rene Mandel konnte am Ende dann den 2. Platz einfahren.
Klasse 5 / 6
Auch hier wurden aus beiden Spezialfahrzeugklassen eine, da das neue Reglement in Sachen Klassenzusammenlegung zum Einsatz kam. Im Gegensatz zu den Serientourenwagen scheint es hier nicht so große Leistungsunterschiede zu geben. Hier hatten eher die "Größeren" zu tun, an den spritzigen Klasse 5-Fahrzeugen zu bleiben. Am Ende war Sabrina Straub (503) triumphierende Klassensiegerin. Fast hätte sie diesen Triumph mit einem Finalsieg komplettiert. Der Finallauf, den Sabrina bereits seit 4 Runden anführte, musste dann aber wegen des Überschlages von Frank Wiedemann (519) abgebrochen werden. Beim Neustart nach einem Fehlstart gelang es ihr nicht mehr, die Führung zu übernehmen. Das gelang Dieter Fiedler (502), der nun nichts mehr anbrennen ließ. Seinen ersten DM-Erfolg konnte Neueinsteiger Kevin Peters (523) mit dem 3. Finalplatz feiern.
Klasse 7 / 8, Junioren
Johannes Söhl (81) dominierte hier das Fahrerfeld. Überlegen konnte er alle Laufsiege und somit den Tagessieg, wie auch den Finalsieg einfahren. Auch für Kevin Munkler (71) liefen die Qualifikationsläufe gut und wurden mit dem 2. Platz belohnt. Nur im Finale musste er nach Söhl auch Neueinsteiger Marvin Holzleitner (74) den Vorrang lassen.
Tobias Grambach (82) konnte 2 Qualifikationsläufe als Dritter beenden. Einmal gelang dies auch dem erst 10-jährigen Eddi Schulze (72).
Komplettiert wird diese Junioren-Truppe noch durch Lisa Jerrentrup (73) und Neueinsteiger Hauke Weber (88), für die es noch nicht ganz optimal lief, aber die Saison hat ja gerade erst begonnen.
Ich weiß, dass es sicher wieder ein paar Fahrer gibt, die sich hier nicht finden, vielleicht auch nicht richtig eingeschätzt fühlen. Das tut mir leid. Die reinen Rennergebnisse kann man in den Ergebnislisten nachverfolgen. Hier sollen vor allem Dinge zur Sprache kommen, die man nicht aus diesen Listen lesen kann. Ich kann aber nur schreiben, was ich auch weiß, also, liebe Fahrer; immer her mit Infos!
Sylvia Giese





