Am 28. und 29.06.08 fand der 4. von 11 Läufen zur Europameisterschaft im Autocross und der 3. Lauf zur Deutschen Meisterschaft im Autocross im Brandenburgischen Seelow statt.
Der "MC Seelow e.V. im ADAC" hatte viel Zeit und Kraft in die Vorbereitung der Rennstrecke gesteckt, erst recht, da es seit Wochen nicht geregnet hatte. Hinzu kam die Fülle an Läufen, die alle in den Zeitplan passen mussten. Es war zwar bereits die 2. Veranstaltung, bei der die EM- und die DM-Fahrer abwechselnd auf die Strecke gingen, um um Punkte und den Sieg zu kämpfen, trotzdem ist die Herausforderung auch in diesem Jahr wieder groß gewesen. Entsprechend angespannt war besonders Rennleiter und Clubvorsitzender Rudi Kulicke. Am Ende war es dann aber wieder eine wunderbare Veranstaltung mit spannenden Läufen, mit Siegen, Punkten, natürlich auch Enttäuschungen und so manchem Crash.
Die Wertung in der EM:
In der Division 1 ging in diesem Jahr kein Deutscher an den Start. Sieger wurde der Ungar Tamas Kasei mit der Startnummer 103. In der Division 3, der "Königsklasse" kamen mit Dennis Engel (10.), Bernd Stubbe (9.) und Hermann Hinnenkamp (5.) gleich drei deutsche Fahrer unter die Top-Ten. Auf dem Podest standen am Ende 3 Tschechen, 1.: Petr Turek, 2.: Jaroslav Hosek, 3.: Jaromir Stetina. Aufs Treppchen schaffte es in der Division 3a der Deutsche Christian Freischlad hinter Ladislav Hanak (CZ) und Chris Waldschmidt (NL). Den 9. Platz belegte Frank Meinzel (D), Michael Buddelmeyer (D) verpasste mit dem 3. Platz im B-Finale nur knapp den Einzug ins A-Finale und wurde somit 11.
Wertung zur DM und zur Deutschen Autocross-Trophäe des DAV:
Während der Trainingsläufe am Samstag schien die Sonne strahlend vom Himmel, jedoch erschienen am Nachmittag immer dickere Wolken und während die Kids der Klasse 7/8 und 9 im ersten Wertungslauf noch einigermaßen trocken ihre Runden drehen konnten, regnete es zur Startaufstellung der Klasse 1 schon ziemlich heftig. Bei der Klasse 2 goss es dann wie aus Eimern, so dass es regenbedingte Ausfälle gab. Einige Fahrer blieben in riesigen Pfützen stehen und hangelten sich auf ihr Dach, um nicht im Schlamm zu "ertrinken". Auch wenn während der 5. Runde ein Regenbogen am Horizont erschien, kamen doch nur Wagner (206) und Vesper (203) mit der vollen Rundenzahl ins Ziel. Nach diesem Lauf war es nicht mehr möglich, die Strecke zu befahren, so dass die Klassen 3 bis 6 auf den nächsten Morgen verschoben werden mussten und der Zeitplan schon dadurch ins Wanken geriet.
Am nächsten Morgen war das Wetter dem Autocross aber wieder freundlich gesonnen und so konnten die jeweils ersten Läufe vom Vortag nachgeholt werden.
Tourenwagen
Mit 88 Punkten war der Punktreichste Fahrer in der Deutschen Meisterschaft der Brandenburger Uwe Wagner (206), der alle Siege mit seinem Porsche Carrera einfahren konnte. Durch seinen schlechteren Saisonauftakt liegt er damit allerdings nur auf dem 7. Rang der Tourenwagenmeisterschaft. Eine bessere Ausgangsposition hatte dagegen Patric Bauer (105), der als 2. in der Tageswertung seiner Klasse und 71,5 Punkten nun den 3. Platz in der Gesamtwertung belegt. Angeführt wird diese Gruppe derzeit von Michael Elstner (205) vor Wolfgang Schwarz (303), der in seiner Klasse 3 von 4 Siegen holte. Großes Pech hatte Detzer (204), der gleich in 2 Läufen nicht in die Punkte fuhr und somit auch den Einzug ins Finale verpasste. Damit rutscht er gleich um einiges nach hinten in der Gesamtwertung.
Spezialfahrzeuge
Spitzenreiter bei den Spezialfahrzeugen ist und bleibt der Hesse Steven Laubach (401), der in dieser Saison alle Läufe für sich entscheiden konnte und bereits einen Vorsprung von 51,5 Punkten auf Martin Fürst (502) hat. Auf den Plätzen 3 und 4 in der Gesamtwertung folgen dann die Renn-Ladies Stefanie Benker (426) und Natalie Straub (417), für die es in Seelow richtig gut lief. Belohnt wurden sie dann auch mit den Plätzen 2 bzw. 3 in der Tageswertung.
Pech hatten dafür abermals Papa Michael Straub (601) und Torsten Riedel (699), die wegen eines technischen Ausfalls der Startnummer 622, Robert Wiedemuth in allen drei Läufen ohne Punktchance blieben, da die Mindestzahl von 3 Startern nicht erreicht war. Auch Riedel hatte im 3. Lauf mit größeren Problemen zu kämpfen. Sein Auto wurde immer langsamen, so dass er beim Abwinken nach 6 gefahrenen Runden lediglich 3 Runden absolviert hatte. Dabei behinderte er aber zu keinem Zeitpunkt einen anderen Fahrer des Feldes (Klasse 5 und 6 wurden zusammen gestartet, aber separat gewertet), sonders ließ fair vorbeifahren. Als Chaos-Lauf entpuppte sich der 2. Lauf der Klasse 5 und 6. Nach 2 Abbrüchen wegen Frühstart, ging es beim 3. Startversuch dann zwar glatt, aber schon in der zweiten Runde kommt es nach einer Karambolage sowie technischen Defekten zum Ausfall von gleich 4 Fahrzeugen (518, 530, 504 und 509), die somit alle keine Punkte für diesen Lauf erhielten.
Junioren auf Crosskarts bzw. Juniorkarts
Bei den Junioren konnte sich erneut der 12-jährige Johannes Söhl (4)in seinem Cross-Kart durchsetzen, der sich mit 32 Punkten Vorsprung auf Kevin Munkler (9) schon ein Pölsterchen herausgefahren hat, sich aber dennoch nicht zurücklehnen will. Das Medical-Center musste Willi Schulze, der Jüngste im Feld nach einem Unfall im ersten Lauf aufsuchen, um sich durchchecken zu lassen. Zum Glück war alles o.k., so dass er am Sonntag wieder im Cockpit seines Karts .saß Pech andere Art dagegen haben die Fahrer der Klasse 9, die durch die geringere Fahrerzahl in dieser Klasse weniger Zusatzpunkte erhalten können. Sie hätten zwar die Möglichkeit, ihr Fahrzeug wieder zu drosseln, um dann wieder in der Klasse 7/8 starten zu dürfen, sie haben sich aber dazu entschieden, sich mit der höheren Leistung vertraut zu machen und ihre neuen Grenzen auszutesten. Verstärkung haben sie jetzt von Patricia Bill bekommen, die in einem neuen Schulze-Kart an den Start ging. Auch wenn sie von technischen Problemen bei Rene Mandel und Willi Schulze profitierte, konnte sie sich am Ende über 2. Plätze in der Tageswertung und im Finale freuen. Der erste Platz in der Tageswertung ging an Niklas Laubach, der zum Finale allerdings nicht mehr starten konnte. Den Final-Sieg fuhr dann Mandel ein.
Alles in allem war es wieder eine gelungene Veranstaltung und alle hoffen, dass Rudi Kulicke auch im nächsten Jahr den zugegebenermaßen größeren Stress auf sich nimmt und wieder EM- und DM-Fahrer zu einer Doppelveranstaltung einlädt. Sein Team des MC Seelow hat wieder einmal bewiesen, dass ihr Organisationstalent ständig wächst. Vielen Dank für die schöne Veranstaltung, bei der alle auftretenden Probleme sofort gelöst wurden.
Sylvia Giese




