Am 13.04.08 startete der 1. Lauf zur Deutschen Meisterschaft im Autocross im Hessischen Schlüchtern. Der "MSC Schlüchtern e.V. im ADAC" hatte viel Zeit und Kraft in die Vorbereitung der Rennstrecke gesteckt, erst recht, da es einige Tage zuvor immer wieder stark regnete. Weil es dann teilweise im Fahrerlager "Land unter" hieß, sagte man den für Samstag geplanten "ADAC Bergwinkel Autocross Cup" ab. Die Rennstrecke war natürliche eine wahre Modderpiste, auf der es zu so mancher "Schlammschlacht" kam. Nichts desto trotz konnten die Zuschauer tolle Autos mit einer Rekord-Teilnehmerzahl und spannende Rennen sehen.
Der punktreichste Fahrer in diesem Auftaktrennen war der Wächtersbacher Mario Detzer (204), der mit seinem VW Golf die ersten beiden Läufe für sich entschied, sich im dritten Lauf und im Finale jedoch dem Kesseltaler Karl-Heinz Baumgärtner (207) geschlagen geben musste.
Bei den Spezialcrossfahrzeugen wird die Meisterschaft nach einer kompletten Siegesreihe von Steven Laubach angeführt, der durch die geringere Klassenstärke weniger Zusatzpunkte bekam, sich aber schon ein kleines Polster von 10 Punkten einfahren konnte. Der Auftakt bei den Junioren, die in ihren Crosskarts unterwegs sind, war sicherlich für einen der Kiddis ziemlich unerwartet. Johannes Söhl (4) führt mit seinen 12 Jahren die Wertung der Nachwuchsfahrer an. Durch die Abtrennung der Klasse 9 als eigenständige Klasse (bisher wurden die Klassen 7, 8 und 9 gemeinsam gewertet) wurden die Starter der Klasse 7/8 einzeln gewertet und erhielten auch mehr Zusatzpunkte für die Klassenstärke. So gab es für die Favoriten und DMSB-Nachwuchskader Rene Mandel (1) und Willi Schulze (2) neben der geringen Zusatzpunkte bei 3 Startern in der Klasse 9 noch das Zittern, einer könnte ausfallen und man würde zwar zu zweit seine Runden um den Tagessieg drehen, Punkte gäbe es dann aber nicht.
Mit 63 Startern gab es zwar den Teilnehmerrekord, der allerdings den Zeitplan ziemlich ins Wanken brachte.
In der Klasse 1 brachte es lediglich Bernd Spielberger (121) auf die volle Rundenzahl. Alle Anderen hatten mit Ausfällen zu kämpfen, die für Gührig (115), Bauer (105) und den Lokalmatador Steffen Kirchhof (107) das frühzeitige Aus bedeuteten. Oliver Storz (111) war auf seinem Suzuki mit den Plätzen 3 und 1 gut unterwegs, als er im dritten Lauf einen Unfall verursachte. Die Rennleitung sah darin jedoch keinen Rennunfall und zeigte ihm die schwarze Flagge. Neueinsteiger und Lokalmatador Björn Urbach (110) schaffte es in seinem ersten DM-Lauf auf das dritte Podestplätzchen und war damit mehr als zufrieden.
Die Klasse 2 war mit 14 Fahrern die stärkste Klasse. Aber auch hier gab es technisch bedingte Ausfälle, so dass der 3. Lauf nicht mehr in zwei Gruppen gestartet werden musste. Drei der vier Lokalmatadore schafften es in dieser Klasse, sich für das Finale zu qualifizieren und konnten sich dem heimischen Publikum hervorragend präsentieren. Der Gesamt-fünfte des Vorjahres Michael Elstner (205) schaffte es mit dem dritten Platz aufs Podest und die Schlüchterner Patrick Andres (211) und Frank Bartholomä (220) belegten die Plätze 6 und 7.
Für Achim Krautzberger (208) begann dieser erste Lauf wieder einmal äußerst hektisch. Wegen einem Stau auf der Autobahn traf er erst in letzter Minute bei der Abnahme ein. Aber gesundheitlich war er auch nicht so gut drauf. Hoffen wir, dass sich der Verdacht, ein Zeckenbiss könne daran Schuld sein, nicht bestätigt.
Karl Heinz Baumgärtner (207) sorgte im zweiten Lauf mit einem Überschlag für Action und blieb erst mal auf der Seite liegen. Da sein VW Scirocco nach dem Rennabbruch aber noch einsatzfähig war, ging's für ihn gleich an den Neustart, der ihm Platz 2 einbrachte und ihn auch im Gesamtklassement der Tourenwagen auf den zweiten Rang brachte. Der Porsche-Pilot Uwe Wagner (206) fuhr im ersten Lauf mehr als eine Runde nur auf der Felge, um die volle Rundenzahl zu absolvieren, musste sich später aber wegen Motorschaden abmelden. Frank Wiedemann (216) startete mit den Platzierungen 2 und 3 ins dritte Rennen, wurde jedoch im dichten Knäuel der ersten Kurve gedreht und ein Stück seitwärts geschoben. Zwar holte er gut auf, fiel dann aber wegen technischer Probleme wieder zurück und konnte zum Finale nicht mehr antreten.
Der derzeit Drittplatzierte der Tourenwagen Wolfgang Schwarz (303) aus der Klasse 3 konnte mit seinem VW Golf zwei Läufe und das Finale für sich entscheiden, konnte aber wegen der geringeren Starterzahl in seiner Klasse weniger Zusatzpunkte mitnehmen.
Mit Riesenpech begann die Saison für Oliver Günthner (305) und Andreas Fürst (307), die schon im freien Training einen Achsschaden bzw. einen Motorschaden erlitten. Auch für andere Teilnehmer dieser Klasse kam das vorzeitige Aus (siehe auch Ergebnislisten).
Die Klasse 4 hat sich schon richtig gemausert. 8 Fahrerinnen und Fahrer gingen an den Start und alle 8 bekunden mit ihrer Einschreibung, um die Deutsche Autocross-Trophäe des DAV kämpfen zu wollen. Hinter Laubach (401), der vier Siege einfuhr, konnte sich Stefanie Benker (426) positionieren, die sich damit erfolgreich zurückmeldet. Aber auch Natalie Straub(417), die nun erstmalig bei den "Großen" mitmischt, zeigte mit dem zweiten Platz im Finale und dem 3. Platz in der Tageswertung, dass sie richtig mitreden will. Mit dem vierten Platz trotz Ausfalls für den 3.Lauf ist Ray Bosse(413) zufrieden, alle anderen Fahrer der Klasse hatten mit noch größeren Problemen umzugehen.
Auch in der Klasse 5 musste Dieter Dieselkämper (503) wegen technischer Probleme bereits nach einer, wenn auch guten Runde im Zeittraining aufgeben. Hier heißt der Überflieger Sandro Carls (529), der sich lediglich im zweiten Lauf Timo Behm (505) geschlagen geben musste. Sabrina Straub (504) ärgerte sich nicht nur über Batterieprobleme und hat sich fest vorgenommen, beim nächsten Mal wieder anzugreifen. Nach 20 Jahren Pause kehrte Dieter Fiedler (530) zurück ins Cockpit und hatte es sich "doch etwas leichter vorgestellt". Am Ende schaffte er es aber doch hinter Carls und Martin Fürst (502) aufs Treppchen, auch wenn er ein bisschen von den Ausfällen profitierte.
In der Klasse 6 scheint das ewige Zittern von Michael Straub (601) zu Ende zu sein. Im vorigen Jahr konnte er mehrmals nicht punkten, da weniger als 3 Starter da waren oder der Dritte nicht mehr starten konnte. Mit 6 Startern, von denen 3 neben der DM um die DAV-Meisterschaft kämpfen wollen, hat er hoffentlich endlich Konkurrenz bekommen. Da ist es ihm auch egal, wenn er nicht immer ganz vorne fährt, obwohl ihm das im 2. und 3. Lauf gelang. Aber auch in dieser Klasse gab es viele Ausfälle. Nur Erich Faul (611) schaffte nach Straub die volle Rundendistanz.
Auch die Klasse 7/8 war mit 9 Startern bestens besetzt. Auch hier zeigt sich, dass es sich im Autocross schon lange nicht mehr um eine Männerdomäne handelt.
Im Kampf um die Juniorenmeisterschaft mischen die Schülerinnen Patricia Bill (Startnr.6), Lavinia Dierssen (7) und Neueinsteigerin Lisa Jerrentrup (13) auf ihren Citroen-Cross Karts kräftig mit. Sieger der Klasse wurde allerdings überlegen Johannes Söhl (4) vor Kevin Munkler (9) und Marvin Holzleitner (12). Neueinsteiger Eddi Schulze (11), der erst im November seinen 10. Geburtstag feiert, wegen der Jahrgangsregelung aber in diesem Jahr schon fahren darf, setzte mit dem dritten Finalplatz jedoch ein Achtungszeichen. Überhaupt war hier im Finale alles anders, denn den zweiten Platz belegte die 13-jährige Lisa hinter Marcus Alexiewicz, der zwar auch im dritten Lauf siegen konnte, wegen einem Ausfall jedoch in der Gesamtwertung auf den 5. Platz zurückfiel.
In der Klasse 9 konnten weder Rene Mandel (1) und Willi Schulze (2), noch Niklas Laubach (22) die volle Rundenzahl absolvieren. Glücklicherweise standen zu jedem Lauf aber alle 3 Fahrzeuge am Start und kämpften um den Sieg und die Punkte. Im ersten und dritten Lauf gelang das Mandel, im zweiten Lauf und im Finale lag Schulze vorn. Niklas freute sich über zwei 2. Plätze. Besonders spannend verlief hier die vorletzte Runde des dritten Wertungslaufes, als es drei Positionswechsel innerhalb knapp einer halben Runde zwischen Schulze und Mandel gab, die für Mandel letztendlich von Erfolg gekrönt wurden.
Lange Zeit hielt das Wetter, sogar die Sonne ließ sich kurz sehen, genau zum Final- Startschuss der Klasse 9 kam jedoch der Regen. Während Niklas und Willi Regenreifen fuhren, hatte Rene damit scheinbar nicht gerechnet.
Den Zuschauern wurden bei diesem 1. Lauf zur Deutschen Meisterschaft spannende Zweikämpfe, riskante Überholmanöver und so mancher Dreher auf nasser, schmieriger Bahn geboten, was bei dieser Teilnehmerzahl wohl nicht verwundert. Langeweile kam da weder bei den Zuschauern, noch beim Veranstalter auf, der aber auch diese "Masse" souverän lenken und leiten konnte und dem unser Dank für die gelungene Auftaktveranstaltung gilt.
Sylvia Giese




