Im nordbayrischen Höchstädt trafen sich am 2./3. August wieder die Autocrosser unseres Landes, um um Siege und Punkte in der Deutschen Meisterschaft und in der Deutschen Autocross-Trophäe zu kämpfen. Natürlich waren wieder spannende Rennen garantiert, so wie das immer dar Fall ist, wenn sich die Motorsportler aus ganz Deutschland zu ihrem "Event" treffen.
Klasse 1
Oliver Storz (111) konnte zwar die beiden ersten Läufe für sich entscheiden, musste im ersten Lauf jedoch auf der Hut vor Patric Bauer (105) sein, der förmlich an ihm klebte. Im dritten Lauf konnte Bauer sich dann jedoch durchsetzen und kam vor Gührig (115) und Storz ins Ziel, nachdem er im zweiten Lauf bereits in der ersten Runde ausgefallen war. Somit kämpfte er sich also von der letzten Startposition bis ganz nach vorne, auf einer Strecke, die das Überholen eigentlich kaum erlaubt. Bernd Spielberger (121) belegte im ersten Lauf den 4. Platz und konnte anschließend wegen eines Getriebeschadens nicht mehr starten. Ebenfalls vom Pech geplagt war Thomas Schulz (102). In den ersten beiden Wertungsläufen schleppte er sich mit Plattfuß als 6. bzw 5. ins Ziel, im 3. WL quälten ihn Probleme mit dem Querlenker. Er profitierte dann allerdings von den Ausfällen anderer, weil er als drittschnellster die volle Rundenzahl erreicht hatte und somit ein Podestplätzchen für ihn reserviert war.
Klasse 2
Mit gerade mal 0,5 Punkten verpasste Uwe Wagner (206) die Tagesthöchstpunktzahl. Trotzdem konnte er sich mit einer kompletten Siegesreihe vom 7. auf den 2. Gesamtplatz bei den Tourenwagen vorkämpfen. In Führung liegt hier noch Michael Elstner (205), für den es in Höchstädt nicht so gut lief. Ebenfalls nicht gut lief es für den Lokalmatador Achim Krautzberger, der in seinen Pausen auch noch einige organisatorische Dinge zu erledigen hatte, war er doch einer der "Hauptveranstalter" des MSC Höchstädt. Bereits im freien Training kam er in ein Loch, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und landete anschließend im Wall. Danach lief sein Renault einfach nicht mehr richtig, aber er erreichte das Finale, das er als 6. beendete. Für Mario Detzer (204) schien die Pechsträhne von Seelow im ersten Lauf beendet, als er dicht hinter Wagner ins Ziel fuhr. Auch im 2.Lauf klebte er an Wagner und setzte in der letzten Runde zum Überholen an. Dabei kam er zu weit raus und machte damit den Weg für Dennis Vesper (203) frei. Im 3.WL musste er dann nach 2 Runden wegen einer gebrochenen Antriebswelle ohne Punkte abstellen und verpasste damit auch den Einzug ins Finale. Auch Karl-Heinz Baumgärtner (207) hatte sich mehr erhofft und musste im Finale sogar seine gute Platzierung wegen eines Drehers aufgeben.
Klasse 3
Klassenbester wurde Rene Schlöffel (301), der am Samstag noch die Kopfdichtung wechseln musste. Seine Jungs hatten aber wieder einmal alles richtig gemacht und so lief sein Suzuki ganz nach seinem Geschmack. Oliver Günthner (305) wollte wieder mitmischen, musste jedoch schon nach dem ersten Lauf einpacken, weil sich die Achse abgedreht hatte. Wolfgang Schwarz (303) hatte allen Grund zur Freude, allerdings nicht wegen seiner eigenen Erfolge, sondern des Erfolges seiner Tochter. Sie machte ihn nämlich an diesem Wochenende zum Großvater. Fahrerisch lief es dagegen nicht gut. Im Zeittraining hatte er einen Plattfuß, so dass er von hinten starten musste. Im ersten Lauf hing er dann hinter Günthner fest, ohne dass er bei dieser verhältnismäßig engen Strecke die Möglichkeit zum Überholen hatte. Als es dann doch gelang, reichte die Zeit zur Aufnahme des weiteren Kampfes nicht mehr, so dass er sich mit Platz 5 zufrieden geben musste. Im 3. WL musste er dann bereits in der ersten Runde abstellen, weil die Spurstange gebrochen war. Nach einem 7. und einem 3. Platz überraschte Frank Kern (309) im 3. Lauf mit dem Sieg. Peter Lang (313) beendete den ersten Lauf mit dem 2. Platz und lag auch im 2. Lauf auf Platz 2, als er durch einen Dreher in der 3. Runde auf Platz 5 zurückfiel, jedoch sofort die Aufholjagd startete und den Lauf noch als 3. beendete. Peter Wiedemann (306) überschlug sich in der zweiten Runde im zweiten Lauf, nachdem er nach einem guten Start auf dem dritten Platz lag. Folgeschäden sorgten auch im dritten Lauf für einen Ausfall. Erst im Finale war das Auto wieder stabiler und er schaffte die volle Rundenzahl als 5.
Klasse 4
Hier ist die Tageshöchstpunktzahl von 86 Punkten für eine komplette Siegesreihe zu finden. Eingefahren hat diese Steven Laubach auf seinem Peters-Kart mit Yamaha-Motor. Damit konnte er seinen Vorsprung bei den Spezialfahrzeugen weiter ausbauen. Vom bisherigen 2. Gesamtplatz wurde hier Martin Fürst (502) durch Stefanie Benker (426) verdrängt, indem sie in allen Läufen hinter Laubach ins Ziel kam. Nur im 2.WL musste sie auch noch Patrick Krüger den Vorrang lassen. Lokalmatador Christoph Wanninger hatte auch in diesem Jahr kein Glück, 2 Läufe konnte er als 7. beenden, im ersten WL konnte er nach einem Dreher nicht weiterfahren und auch im Finale blieb er mit nur 2 Runden ohne Punkte. Auch Natalie Straub konnte nicht an ihren "Seelow-Erfolg" anschließen. Im ersten Lauf wurde sie durch den Dreher von Wanninger aufgehalten und konnte dann nicht mehr überholen. Durch den 5. Platz war ihre Startposition nicht optimal und wieder gelangen keine Überholmanöver. Reimer Söhl (403) gelang im Finale ein dritter Platz, nachdem er in allen Läufen auf dem 4.Platz landete. Andreas Kaune (406) konnte nach technischen Problemen nur im 2. und 3. Lauf starten und auch Ray Bosse (413) war sicher nicht so glücklich, konnte er doch auch nur im 1. und 2. Lauf starten. Besser lief es da doch für Rene Krüger (414), auch wenn er im ersten Lauf im Wall landete, konnte er doch die anderen Läufe im Mittefeld beenden.
Klasse 5
Diesmal wollte Ivo Sauerbrey (515) mal wieder mitmischen, leider traten bereits im Zeittraining Motorprobleme auf, die einen Start verhinderten. Richtig mitmischen konnte hingegen Dieter Fiedler (539), der Wiedereinsteiger dieses Jahres, indem er gleich vier Start-Ziel-Siege hinlegte. Allerdings wollte Martin Fürst (502) das nicht ohne Kampf hinnehmen und suchte immer wieder die Lücke. Im 2. Lauf glaubte er auch, sie gefunden zu haben, überschlug sich jedoch beim Überholversuch und blieb liegen. Sabrina Straub (504) hatte im ersten Lauf Pech, als ihr Stoßdämpfer bereits in Runde 1 brach und sie somit für diesen Lauf ohne Punkte blieb. Besser lief es dann in den weiteren Läufen mit den Plätzen 4, 3 und 6 im Finale. Ropers (523), Wiedemann (524)und Berg (520) punkteten in allen 3 Läufen, im Finale trat dann jedoch nur noch Berg an.
Leider kam es durch den Rennabbruch nach dem Überschlag von Fürst zu einer Panne. Das Reglement schreibt vor, dass die volle Rundenzahl in jedem Lauf gefahren werden muss. Eine 50% Regelung gibt es im Autocross nicht. Kommt es zu einem Rennabbruch, muss der Lauf wiederholt werden, um die volle Rundenzahl zu erreichen. Wichtig ist dies vor allem deshalb, weil verschiedene Klassen gleicher Gruppen (Kl. 1+2, Kl.5+6) zusammengefasst werden, um die Gesamt-Fahrzeit zu ermitteln und somit die Startposition im Finale. Zwar gab es eine Besprechung der betreffenden Fahrer, bei der eine Lösung gefunden und verkündet wurde, ob damit alle glücklich waren, bleibt fraglich.
Klasse 6
Wieder gab es nur 3 Starter, aber alle Fahrzeuge gingen bei allen Läufen an den Start, auch wenn Thorsten Riedel den 2. Lauf bereits nach 3 Runden beenden musste, damit aber in den Punkten ist, da die halbe Distanz erreicht war. Für einen Überraschungssieg sorgte Maik Eckardt (609), der das Fahrzeug von Carsten Schlöffel pilotierte und sonst beim Schrauben hilft. Als Dankeschön durfte er sich nun als Pilot ausprobieren und das eben erfolgreich, landete er doch nach den Plätzen 3, 2 und 1 auf dem obersten Podestplätzchen, da seine Gesamt-Fahrzeit unter der des Erstplatzierten der Läufe 1 und 2 und dem Drittplatzierten des dritten Laufes Michael Straub (601) lag, der mit Motorproblemen zu kämpfen hatte.
Klasse 7/8 und 9
Außer einem Rennabbruch im ersten Lauf nach einem Überschlag von Pascal Erletz (5) gab es nicht viel Bewegung bei den Junioren. Erletz konnte wieder starten, Johannes Söhl (4) baute seinen Vorsprung mit vier weiteren Siegen aus. Auch Willi Schulze konnte 4 Siege einfahren, Niklas Laubach musste im zweiten WL mit einem Motorschaden aufgeben, nachdem er es im ersten Lauf auf Platz 2 brachte. Damit konnte sich Rene Mandel nach einem 3. Platz auf den 2. Platz in den weiteren Läufen festlegen.
Auch wenn nicht immer alles ganz rund lief und Annelie Krautzberger auch sicher mehr Unterstützung verdient hätte, so war es doch eine schöne Veranstaltung, bei der mit Sicherheit die Zuschauer nichts von Problemen hinter den "Kulissen" ahnten, da alle Läufe zügig hintereinander gestartet wurden. Ein Dankeschön an die Helfer des MSC Höchstädt verbunden mit der Hoffnung, auch im nächsten Jahr dort spannende Rennen zu sehen.
Gleichzeitig danke ich auch Anni Giese für die gute Erfüllung der Auswertung des DAV und ihrer und Dannys Zuarbeit, ohne die es diesen Bericht nicht gäbe.
Sylvia Giese




