Nur 3 Punkte trennen nach dem 6. Lauf zur Deutschen Meisterschaft den Erst- und Zweitplatzierten in der Meisterschaftswertung und der Wertung zur Deutschen Autocross-Trophäe in der Gruppe der "Spezialcrosser".
Dass der 3. im Bunde noch ernsthaft eingreifen könnte, scheint dagegen recht unwahrscheinlich, denn 78 Punkte sind nur aufzuholen, wenn es an der momentanen Spitze einen Totalausfall gäbe. Aber wie heißt´s so schön; "Nichts ist unmöglich"- und im Autocross schon gar nicht.
Vieles dagegen ist noch möglich in der Gruppe der Tourenwagen, wo der Abstand zwischen dem derzeitigen 1. und dem 10. nur 63,5 Punkte beträgt. Die Rückstände zwischen den einzelnen Platzierten betragen nur zwischen 1,5 und max. 14 Punkten.
Und allerhand war möglich beim 37. MSCS Preis vom Siegbachtal; vor allem spannende Autocross-Rennen bei schönem Wetter und guter Organisation.
Klasse 1
Den besten Start aus der 1. Startreihe hatte Thomas Alexiewicz (102) und ließ die im Zeittraining schnelleren Krüger (101) und Bauer (111) hinter sich. Bis ins Ziel konnte er diesen 1.Platz bringen, auch wenn ihm Krüger ganz dicht auf den Fersen war und auf einen Fehler des 20-jährigen wartete. Der kam dann aber erst im zweiten Lauf, als er in der 4. Runde in Führung liegend durch einen Fahrfehler auf den 4. Platz zurückfiel. Diese Chance nahm Rene Krüger auch sofort wahr und
konnte noch einen großen Vorsprung zum Feld herausfahren. Auch im 3.Lauf siegte er, im Finale ging der 3.Platz an ihn. Nachdem es für Thomas Schulz (103) im ersten Lauf gar nicht lief, fuhr er in den anderen Läufen dann die Plätze 2 und 3, Finale 6 ein und schob sich auf den 3. Platz in der Gesamtwertung. Für den erst 16-Jährigen Junior Sönke Glöde (108) gab es die Platzierungen 4, 5, 4 und den beachtlichen 5. Platz im Finale aller Serientourenwagen. Fast hätte es auch im 2. Lauf
der 4.Platz sein können, aber in Runde 4 wurde er in der Kurve hinter Start und Ziel von Bauer außen herum überholt. Wanninger (105) konnte wegen eines Motorschadens im Training nicht zu den Läufen starten und nicht punkten.
Klasse 2
Marco Gebhardt (201) musste wegen Problemen am Fahrzeug auf die Teilnahme am Zeittraining verzichten. Das Reglement erlaubt aber auch in diesem Falle einen Start, jedoch vom letzten Startplatz. Und da schoss Gebhardt dann wie ein Pfeil nach vorne, kam dann wohl durch zu viel Power quer und verlor wieder an Boden. Das hielt ihn aber nicht davon ab, langsam das Feld von hinten aufzurollen und es auf Platz 4 zu bringen. Ähnlich erging es ihm auch im 3. Lauf; nach einem Dreher wird
er fast rausgeschoben und vom gesamten Feld überholt. Am Ende wird es Platz 5, Platz 2 im 2. Lauf und im Finale. Da aber auch bei Ruppel (206) nicht alles optimal lief, (Plätze 3, 4, 2 u 4) liegt Gebhardt in der Gesamtwertung nun mit 7 Punkten Rückstand hinter dem führenden Ruppel.
Das größte Pech hatte, wie kann es auch anders sein, die Lokalmatadorin Nicole Straub. Trotz unendlich vieler Stunden ihres Teams und ständig erneuerter Lagerschalen und anderer Wartungsarbeiten am Motor bringt der VW Golf nicht die zu erwartende Leistung. Im ersten Lauf kam dann auch noch ein Reifenschaden dazu, den dritten Lauf musste sie sogar nach 3 Runden beenden, um nicht einen dicken Motorschaden zu provozieren.
Mit den Plätzen 1, 3, 1 und 1 und einer Punktzahl von 83,5 konnte sich Detzer (202) auf die 7. Gesamtposition vorschieben. Für Karl-Heinz Baumgärtner (207) lief es mit den Plätzen 2 und 1 in den ersten beiden Läufen super, aber im 3. Lauf wurde er nach 4 Runden in Führung liegend plötzlich langsamer, eine Rauchfahne hinterherziehend fiel er auf den 7.Platz zurück.
Wagner (216) führte im ersten Lauf 5 Runden lang, allerdings dicht gefolgt von Detzer. Den Sieg schon fast in der Tasche kam es jedoch zu einem Dreher und es reichte nur zu Platz 7.
Aus der 3. Reihe startend, machte er dann bereits nach der 1. Runde 2 Plätze gut. Trotz eines erneuten Drehers, diesmal ließ sich das Auto wegen eines Reifenschadens kaum noch beherrschen, behielt er diesen 5. Platz bis ins Ziel. Nur im 3. Lauf lief es mit Platz 3 besser.
Klasse 3
Auch Johann Hirn (318) musste während des Zeittrainings am Seat Ibiza bauen. Aus der letzten Startreihe preschte er dann gleich volle Pulle auf die 3. Position. Fast glaubte man schon, er würde alles, was ihm im Weg wäre wegschubsen, aber langsam schien er doch ruhiger zu werden und legte seine besonnenere und faire Fahrweise an den Tag. Im 2. Lauf holten ihn dann wieder die technischen Probleme ein, erneut brach das Lenkgetriebe und er musste aufgeben. Dadurch rutschte er von
Platz 3 auf den 8. Platz der Gesamtwertung. Freuen konnte sich anfangs Andreas Fürst (323), für den es bisher noch nicht so gut lief. Im ersten Wertungslauf ließ er alle Konkurrenten hinter sich, bis zur 5. Runde gelang ihm das dann auch in Lauf 2, dann erlitt er einen Schaden am Allrad und fiel auf Platz 3 zurück. Da der Schaden nicht behoben werden konnte, gab es für ihn nur noch ein Mitfahren. Rene Schlöffel kam in allen Läufen nicht über den 4. Platz hinaus, im Finale zeigte
er dann doch noch, was in ihm steckt. Er klebte förmlich an Oliver Günthner (313) und suchte die Lücke. Erst in Runde 7 kam er am lang gezogenen Berg vorbei und verkürzte rasend schnell den Abstand zum Tagessieger Wolfgang Schwarz (206), der im 3. Lauf seinen Kotflügel verloren hatte und bei jedem Vorbeifahren hoffen musste, dass kein anderer drüberfährt. In diesem Finale nun hatten sich wohl alle eine Runde mehr gewünscht. Vielleicht hätte Schlöffel seinen 2. Platz noch in einen
Finalsieg umwandeln können.
Klasse 4
Mit 82 Punkten gelang es Steven Laubach (403) am bis dahin führenden Frank Meinzel vorbeizuziehen. Außer einem Plattfuss bei Schulze (409) gab es in dieser Klasse nicht viele besondere Ereignisse. Michael Maier (404) stand bereits in der 2. Runde des 3. Laufes, vermutlich nach einer Karambolage, nachdem er bis dahin auf dem 4. Platz lag. Dann fuhr er aber doch plötzlich weiter, konnte das Feld aber nicht mehr einholen, sondern wurde als Überrundeter mit nur 5 Runden abgewunken.
Aber es brachte ihm immerhin 14 Punkte für die Gesamtwertung ein, bei der er auf Rang 5 liegt.
Klasse 5
Frank Meinzel als Lokalmatador fuhr im Zeittraining die Pole-Position ein, hatte dann aber einen so schlechten Start, dass er als Letzter in die 1. Kurve gehen musste. Durch technische Probleme musste er jedoch nach 3 Runden aufgeben. Das brachte ihm die letzte Startposition für Lauf 2 ein. Diesmal konnte er aber Fahrzeug für Fahrzeug überholen und belegte die Plätze 2 und 2 nach Martin Fürst (519), der sich im Training recht heftig überschlagen hatte, am Fahrzeug aber keine Schäden
entstanden waren, die das Fahrverhalten negativ beeinflussten oder einen Start unmöglich machten. Alle ersten Plätze konnte er einfahren, im Finale war es dann Platz 3. Für Timo Behm (508) hingegen war das Rennen bereits nach dem Training wegen eines Getriebeschadens vorbei. Sabrina Straub zeigte im ersten Lauf, was alles möglich ist und belegte einen Super 2. Platz. Dieter Dieselkämper (514) ließ im 3. Lauf nach einem Ausritt auf den Wall den Streckenposten springen und musste dann
selbst aufgeben. Im Finale gab es dann aber den spannendsten Moment, als Meinzel quasi auf der Ziellinie Peter Voß überholte und auch diesen Sieg in Siegbachtal ließ.
Klasse 6
Wieder mal Pech gehabt: Es gab schon nur 2 Nennungen und somit war gleich klar: keine Punkte für die Läufe. Nur im Finale, wenn alle Spezialcrossfahrzeuge zusammengefasst fahren, sind max. 10 Punkte für den Sieg und 5 Zusatzpunkte für die Finalstärke möglich. Zumindest mussten Michael Straub (601) und Peter Voß (616) nicht alleine ihre Runden drehen, sondern fuhren gemeinsam mit der Klasse 5 bei getrennter Wertung.
Klasse 7
Ein riesengroßes Dankeschön an dieser Stelle an Marcus Alexiewicz (8). Der 14-jährige wäre sicher liebend gerne selbst gefahren. Willi Schulze (2) hatte jedoch im freien Training einen Motorschaden, die gesamte Meisterschaft wäre ohne einen Start in Siegbachtal verloren, denn noch hat der 15-jährige Chancen auf einen Gesamtsieg. Kurz entschlossen verzichtete Marcus und ein Umbau des Motors aus seinem Cross-Kart konnte beginnen. Das Schulze-Team wirbelte und schraubte und trotz
beschädigtem Tank und dadurch zusätzlicher Arbeit konnte Willi im 2. Lauf starten. Noch nicht alles optimal, brachte es doch Punkte für Platz 5 und dann gar den 1. Platz für Lauf 3 und Finale. Die Arbeit war also nicht umsonst, der Rückstand auf den führenden Rene Mandel beträgt zwar 53 Punkte, aber; "Nichts ist unmöglich".
Rene Mandel (4) war mit seinen zwei 1. und zwei 2. Plätzen jedenfalls zufrieden. Der 10-jährige Kevin Munkler (9) gab sein Debüt, schlug sich dabei bestens und wurde lediglich im Finale überrundet. Die gleichaltrige Lavinia Dierssen übte weiter und ließ sehr fair überholen.
Johannes Söhl (3) und Patricia Bill (7) zeigten das fast Unmögliche; ineinander verhakelt überfuhren sie die Ziellinie, nur Söhls Nase war weiter vorgestreckt.
Und noch etwas war möglich; nach verschiedenen technischen Kontrollen zum Abschluss befanden die Sport- und Technischen Kommissare 2 Fahrzeuge für nicht ganz regelkonform und bestraften diese mit Wertungsausschluss bei der Finalwertung.
Möglich war auch, dass 2 Fahrzeuge die gleiche beste Zeit fuhren und sich beide für den Bagger-Pokal qualifizierten. Am Ende einigten sich Laubach und Voß den Geldpreis zu teilen und den Wanderpokal je für ein halbes Jahr zu behalten.
An den MSC Siegbachtal ein Dankeschön für die perfekte Versorgung und die gute Vorbereitung der Strecke. Organisatorisch hat alles hingehauen, so dass alle Teams ihre Heimreise pünktlich antreten konnten.
Sylvia Giese





