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28.06.2007
Rennbericht vom 4. DM-Lauf in Seelow
"Autocross satt" gab's am 23. und 24. Juni "Am Sender" in Seelow. Ausgeschrieben war der 33. Internationale ADAC Autocross und es ging dabei um die Deutsche Autocross-Meisterschaft und die Europameisterschaft. Und das war eine absolute Premiere. Bisher verbot das FiA-Reglement, neben der Europameisterschaft eine nationale Meisterschaft auszuschreiben. Lediglich 20 Fahrzeuge durften als "Rahmenrennen" starten. Da aber auch in den Läufen zur Europameisterschaft die Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren eher rückläufig sind, begann Rudi Kulicke schon im November des letzten Jahres darüber zu grübeln, wie man gegensteuern könnte. Die Idee, sowohl EM als auch DM starten zu lassen, war schnell geboren. Im Wege stand "nur" das FiA-Reglement. Und tatsächlich ließ man sich darauf ein, in Seelow ein Pilotprojekt zu starten. Allen Beteiligten war natürlich klar, dass alles was in Seelow passiert ganz genau beobachtet wird. Und so bastelte Rudi Kulicke wochenlang an einem Zeitplan und was dabei herauskam, konnte sich wirklich sehen lassen. Nahezu im 10-Minuten-Takt starteten die Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen zu spannenden Läufen, fast 50-mal blitzte die Startampel grün auf und ließ die Fahrer zum fairen Kampf auf die Strecke.
Auch "Petrus" hatte sein Einsehen und beließ es mit ein paar wenigen kurzen Regenschauern am Tage bewenden. Nur am Samstag- und am Sonntagmorgen mussten "kleine Seen" auf der Rennstrecke weggebaggert und geschoben werden, die in der Nacht nach einem Wolkenbruch entstanden waren.
Am Ende stand jedoch fest: es war eine rundum gelungene Veranstaltung und auch vom FiA-Observer Johannes Demel gab es lobende Worte für die perfekte Organisation.

Klasse 1
Marko Gührig (115) dominierte das Feld und konnte alle Läufe für sich entscheiden. Lediglich im Finale unterlag er den stärkeren Klasse-2-Autos und landete als Bester seiner Klasse auf dem 7. Rang. Gut punkten konnte auch Thomas Schulz (103) mit dem jeweils 2. Platz und Platz 10 im Finale. Im 1.Lauf lief es auch für den Junior Sönke Glöde (108) gut. Mit dem 3.Platz hatte er sich einen Startplatz in der 1.Reihe gesichert. Aber die Strecke war am Sonntagmorgen noch aufgeweicht und viel loser Sand bereitete ihm und der 101 große Startprobleme. Während sich Krüger (101) um eine Position vorkämpfen konnte, kam für Glöde zu Beginn der 2. Runde das Aus für den Rest der Veranstaltung, als er in der Kurve zu dicht an den Rand kam und sich überschlug.

Klasse 2
Von 10 Startern in der Klasse heißt der Überflieger ein weiteres Mal Mario Detzer (202). Er konnte alle Siege mit einem gewissen Sicherheitsabstand einfahren und erreichte mit 90 Punkten die Höchstnote dieses 4.Laufes zur Deutschen Autocross-Meisterschaft und Deutschen Autocross-Trophäe.
Lediglich im 1.Lauf konnte Uwe Wagner (216) sein Tempo mithalten und landete dicht hinter ihm auf dem 2.Platz. In den folgenden Läufen musste sich Wagner dann jedoch mit den Plätzen 7 und 8 begnügen, nur im Finale lief es dann mit Platz 4 wieder besser.
Im 2. Lauf machte David Kallauch (205) besonders auf sich aufmerksam, als er aus der 2.Startreihe die Lücke fand und sich auf die 2. Position vorschob, von der er sich nicht mehr wegdrängen ließ. Eine Stunt-Einlage bot den Zuschauern Michael Elstner (204), als er im Finale die Kurve auf nur 2 Rädern passierte. Mit einem 7., 4. und 5. Platz wurde Achim Krautzberger wenigstens ein Wenig für sein Riesen-Pech im "Heimspiel" am vorigen Wochenende entschädigt.

Klasse 3
Nachdem Rene Schlöffel (301) die Pole-Position im 1.Lauf hatte, konnte er diesen Vorteil nicht nutzen. Er kam nur als 3. hinter Johann Hirn (318) und Oliver Günthner (313) auf die Strecke und schied in der 4.Runde nach einem Abriss der Spurstange aus. Besser lief es dann in den folgenden Läufen. Von hinten startend, rollte er das Feld buchstäblich auf und kam nach dem Dreher der 329 gerade noch ohne Schaden an ihm vorbei. Mit den Plätzen 3, 2 und 2 im Finale war er dann recht zufrieden. Schlechter erging es da Günthner (313), der nach dem Fehlstart eines Konkurrenten wegen eines Schadens an der Hinterachse nicht mehr an den Start gehen konnte. Johann Hirn gewann alle Läufe seiner Klasse und führt die Liste der Tourenwagen in der Deutschen Autocross-Trophäe an.

Klasse 4
Von 7 Teilnehmern beendeten nur 3 den 1. Lauf. Die 412 fiel schon im Zeittraining aus. Bereits in der 2. Runde des 1. Laufes stellte Stephan Schulze (409) sein Kart ab.
Reimer Söhl (411) verlor kurz vor dem Ende der 2.Runde nach dem unsanften Anschlag an zusammengeschobene Erde ein Rad und auch für Tanja Wallukat (405) kam kurz danach das Aus. Während die 405 nicht mehr an den Start ging, endeten die folgenden Läufe für Söhl mit dem 2. Platz und das Finale konnte er als Vierter beenden. Für Steven Laubachn (403) gab es ein weiters Mal 4 Siege zu bejubeln.

Klasse 5 und 6
Pech hatte wieder Carsten Schlöffel (502), der nach einem Schaden am Differential im 1. Lauf ausfiel und im 2. Lauf nach dem Abriss der Schaltung abstellen musste.
Gut lief es dagegen wieder für Frank Meinzel (507), der sich lediglich im Finale Dieter Dieselkämper (514) unterordnen musste. Timo Behm (508) konnte nur im 2 Lauf punkten, als er 4 Runden lang den 4. Platz hielt, dann aber immer langsamer wurde und schließlich von der 519 überholt wurde. Im Lauf 1 fiel er aus, im 3. konnte er nicht mehr starten.
In der Klasse 6 hatte Michael Straub (601) diesmal Glück, seine Konkurrenten traten zu allen Läufen an, konnten ihm aber nie gefährlich werden.
Im Finale ging es dann heiß her; spannende Zweikämpfe gab es zwischen der 514 und der 507, aber Dieselkämper (514) ließ nichts anbrennen und war am Ende überglücklich. Hinter dieser Zweiergruppe fighteten die 601 (Straub) und die 509 (Dzingel), aber auch Straub ließ sich den 3. Platz nicht abjagen. Nur in der 3. Zweiergruppe gab es einen Positionswechsel, der jedoch durch technische Probleme der 620 (Fiedler) bedingt waren. Neueinsteiger Daniel Berg (617) fiel durch faire Fahrweise auf, indem er bei der Überrundung sofort überholen ließ und damit den Ausgang der spannenden Zweikämpfe in keiner Weise beeinflusste.

Klasse 7/8/9
Willi Schulze (2) konnte 2 Siege einfahren, im 2. Lauf fuhr er sich jedoch am Berg fest und kam nicht in die Punkte. Im Finale musste er sich Natalie Straub (1) beugen, die ansonsten die Plätze 3, 2 und 2 belegte. Rene Mandel (4) ging nach den Plätzen 2 und 1 optimistisch in den 3. Lauf, konnte die letzte Runde jedoch nicht mehr beenden, da er sich nach einem Fahrfehler überschlug. Das Crosskart konnte aber wieder hergerichtet werden und so reichte es im Finale noch für den 3. Platz. Johannes Söhl (3) war mit den Plätzen 4, 3 und 3 als Jüngster des Feldes zufrieden, nur im Finale ging er nach einem Ausfall in der 4. Runde nicht in Wertung, da die zu fahrenden 50 % nicht erreicht waren.
"Autocross satt", das war es, was dem Zuschauer in Seelow geboten wurde. Hoffen wir, dass der MC Seelow auch im kommenden Jahr die Strapazen auf sich nimmt und wir Gäste, Helfer oder Fahrer beim 34. Internationalen ADAC Autocross mit Läufen zur Deutschen und zur Europa-Meisterschaft sein können.

Sylvia Giese
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