"Was lange währt wird gut" und das auch sehr verdient!
Am 15. und 16. September 07 fand das 20. Kesseltaler ADAC-Autocross statt. Diesmal gab es am Wetter ganz und gar nichts auszusetzen; dass es ein paar sonnenverbrannte Nasen gab, lag ja nur daran,
dass sich das Sonnenöl nicht im Reisegepäck befand. Aber nach der Schlammschlacht der vergangenen Jahre rechnete wohl keiner mit diesem herrlichen Sonnenschein, der die Piste nicht nur stauben ließ,
sondern auch "steinhart" machte, so dass sogar Gummi in mancher Kurve liegen blieb.
Die Kesseltaler hatten dieses Wetter aber auch mehr als verdient. Mit viel Aufwand haben die Mitglieder in den letzten Jahren an der clubeigenen Strecke gebaut und viel Geld investiert, doch fast wäre
alles umsonst gewesen. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung durfte in diesem Jahr gestartet werden. Hoffen wir, dass es für die Zukunft eine gute Lösung gibt, mit der alle Parteien leben können. Denn
nichts wäre ärgerlicher, als wenn dieser Club, der so engagiert am positiven Image des Motorsports arbeitet, zukünftig keine so gut organisierten Veranstaltungen mehr durchführen könnte.
Für die Wertung zur Deutschen Autocross-Trophäe gab es in diesem vorletzten Lauf keine wirklich entscheidenden Veränderungen. Noch immer gibt es für mehrere Fahrer die Möglichkeit, Meister ihrer Gruppe
zu werden. Das ist natürlich auch gut so, denn Spannung soll schon sein, wenn wir vom 5.-7. Oktober in der Oberlausitz zum Finale der Deutschen Meisterschaft und zur Wertung zur Deutschen Autocross-Trophäe
des DAV zu Besuch sind.
An Lokalmatadoren fehlte es auch nicht. Allerdings blieben auch in Kesseltal einige nicht vom Pech vor heimischen Publikum verschont. Bernd Spielberger (121) hätte in den beiden ersten Läufen mit den
Plätzen 2 und 3 ganz zufrieden sein können. Ihm war das jedoch nicht genug und so schaffte er es im 3. Lauf, die Führung zu übernehmen, nach einer halben Runde kommt er jedoch zu weit nach außen, berührt
den Wall und verliert ein Rad. Dadurch verpasste er den Einzug ins Finale. Thorsten Schön (225) beendete zwar alle Läufe und durfte im Finale starten, dort schied er jedoch nach 2 Runden aus. Andreas Fürst (323)
ereilte im freien Training ein Kupplungsschaden, den er erst zu Beginn des 2. Laufes beseitigt hatte. Der dort eingefahrene 4. Platz brachte für dieses Wochenende aber auch die einzigen Punkte, denn schon im
3. Lauf musste er nach nur 2 Runden abstellen. Vermutlich durch einen Aufprall war das Rad aus dem Differenzial gerissen. Komplett durchfahren konnten hingegen Karl-Heinz Baumgärtner (207), der Gesamt-Vierter
in der Veranstaltungswertung wurde und damit 71 Punkte gutgeschrieben bekommt. Peter Wiedenmann (322) dürfte mit seinem Gesamt-Dritten auch sehr zufrieden sein. Auf den 2. Gesamtplatz seiner Klasse brachte
es Martin Fürst (519), der auch im Finale den 2. Platz erkämpfte und sich mit 80,5 Punkten auf dem 4. Platz der DAV-Wertung behaupten kann. Für Mathias Behringer (610), der stolze frischgebackene Vater eines
vielleicht zukünftigen Rennfahrers, gab es nur 1. Plätze.
Klasse 1
Mit 70,5 Punkten war Thomas Alexiewicz ( 102) (Plätze1,2,2,Finale7) der beste Fahrer der Klasse und konnte sich um 2 Ränge auf den 7. der DAV-Wertung vorschieben. Fast wäre ihm auch der Sieg im 2. Lauf gelungen,
aber in der letzten Runde kam Krüger doch an ihm vorbei. Kaum waren beide über die Ziellinie gefahren, verlor Alexiewicz seine Heckklappe. Zum Glück konnten alle ausweichen und sein Clubkamerad Thomas Schulz (103)
sammelte sie unversehrt ein. Vom 5. auf den 4. Rang schaffte es Rene Krüger (101) mit 69,5 Punkten und den Plätzen 3,1,1,Fin9. Patric Bauer (111) fiel im 3.Lauf stark zurück, sein Motor klang doch erheblich
angeschlagen. Bei der Überrundung reagierte er sofort und ließ die beiden um den Sieg kämpfenden ungehindert passieren.
Klasse 2
Mit 78 Punkten konnte Michael Elstner (204) mit dem besten Ergebnis in der Gruppe Tourenwagen aufwarten. Im Zeittraining legte er die beste Zeit vor und konnte in den beiden ersten Läufen einen Start-Ziel-Sieg
hinlegen. Im 3. Lauf hatte er einen schlechten Start durch mittlerweile sehr losen Sand auf dem inneren Startplatz. Er schaffte es zwar noch auf die 2. Position, konnte diese jedoch nur 4 Runden halten und
musste dann an Marco Gebhardt (201) abgeben, der mit den Plätzen 4,4,2 und 2 im Finale noch Chancen auf den Meistertitel hat. Allerdings trennen ihn 12 Punkte vom Führenden Markus Ruppel (206). Er hatte im
Zeittraining einen Antriebsschaden, konnte diesen jedoch beheben, musste aber von der letzten Position in den 1. Lauf starten und schaffte es auf Platz 5 der 9 Starter. Im 2. Wertungslauf hätte Ruppel fast noch
Baumgärtner vom 2. Platz verdrängt. Auf der Ziellinie führte Baumgärtner (207) lediglich mit einer viertel Wagenlänge. Achim Krautzberger (203) hatte endlich eine optimale Fahrwerksabstimmung hingekriegt,
als ihn im 1. Lauf ein Getriebeschaden ereilte. Zwar boten ihm die Kesseltaler alle erdenkliche Hilfe und ein Getriebe an, er lehnte jedoch ab. Nach einer extrem stressigen Woche wollte sich der selbständige
Kfz-Mechaniker nicht noch mehr Stress antun, in der Meisterschaft kann er durch zu viele Ausfälle sowieso nicht mehr in die vorderen Ränge fahren. Auf den 3. Gesamtplatz hingegen konnte Dennis Vesper (219)
vorrutschen. Für Mario Detzer (202) lief es diesmal nicht optimal. Ohne 2. Gang konnte er kaum mithalten, der 4. Platz im Finale war die beste Platzierung des Wochenendes. Nicole Straub (215) hatte sich im
Vorfeld abgemeldet, da ihr VW Golf nicht fahrbereit war. Das notwendige Ersatzteil konnte dann doch noch rechtzeitig beschafft werden, die halbe Nacht wurde gebaut, am Morgen ging es dann doch los in Richtung
Kesseltal. Ein Stau verhinderte das pünktliche Ankommen, der Rennleiter entschied jedoch, sie noch fahren zu lassen. Leider blieb der große Erfolg aus, mit den Plätzen 8 und 7 hatte sie jedoch so viele Punkte,
um an Krautzberger vorbeizuziehen.
Klasse 3
Der Überflieger dieser Klasse hieß Frank Wiedemann (303), der mit dem ehemaligen Opel Astra von Dirk Günther alle 1. Plätze holte. Mit der Startnummer 206 holte Wolfgang Schwarz alle 2. Plätze nach Bremen.
Allerdings klappte das mit dem 2. im ersten Lauf erst in der allerletzten Kurve vor der Zieleinfahrt. Bis dahin lag Rene Schlöffel (301) auf der zweiten Position, konnte den Angriff von Schwarz aber nicht
mehr abwehren, als er zu weit aus der Kurve kam. Durch eine Karambolage im 3. Lauf hatte sein Suzuki Swift Schaden genommen und konnte nur noch verhalten seine Runden ziehen. Norbert Fuchs (305) musste
ebenfalls nach einer Berührung mit Fürst und dem anschließenden Aufprall am Hang seinen Audi nach 4 Runden im 2. Lauf abstellen. Fast hätte er sich dadurch noch überschlagen. Auf 2 Rädern rollend hatte er
sich schon auf das, wie er glaubte, Unabwendbare vorbereitet. So konnte er die Schäden an Antrieb und Lenkung, der Dreieckslenker war abgerissen, noch beheben und war mit Platz 4 im Finale als seiner besten
Tages-Platzierung doch noch ganz zufrieden, obwohl er sogar fast eine Runde lang in Führung lag, da er den besten Start erwischte und die Lücke fand. In der Kurve kam er aber zu weit raus und 306 und 318
zogen vorbei, kurz danach schaffte es auch die 303, die sich dann sogar bis an die Spitze setzte. Oliver Günthner (313) vollendete den Überschlag bereits im freien Training und muss nun alle Hoffnungen auf
einen Platz unter den Top 10 der Tourenwagen-Wertung endgültig begraben. Auch für Johannes Hirn (318) lief nicht alles optimal und so rutschte er auf den 9. Gesamtplatz der DAV-Wertung zurück. Allerdings
trennen ihn nur 8 Punkte von den beiden 7-Platzierten Detzer und Alexiewicz. Und wer im Bericht von Siegbachtal eine unfaire Fahrweise des J. Hirn herausgelesen hatte, der irrt, hatte ich doch geschrieben;
FAST GLAUBTE man schon, er WÜRDE alles wegschubsen...
Klasse 4
Reimer Söhl (411) konnte mit 75 Punkten die höchste Punktzahl seiner Klasse einfahren. Im ersten Lauf erwischte er mit der drittschnellsten Zeit des Zeittrainings die 1. Position, die er bis ins Ziel brachte.
Die weiteren Platzierungen 2 und 1 zeigen, wie gut er sein Fahrzeug bereits nach nur 7 Veranstaltungen im Griff hat, obwohl er den 3. Lauf mit einem Plattfuß beendete. Lediglich im Finale schwächelte er etwas.
Patrick Krüger (402) verpasste im 2. Lauf den Start, da er an einen Frühstart und dem damit verbundenen Abbruch glaubte. Das sahen die Startrichter jedoch nicht so und nun begann für ihn die Aufholjagd, die
mit Platz 3 endete. Auch im 3. Lauf wurde es nur der 3. Platz, obwohl Krüger nach einem guten Start vorne lag. Als er sich nach einem Fahrfehler drehte, hielt er auch Laubach hinter sich, das restliche Feld
konnte vorbeiziehen. Für Steven Laubach (403) gab es nicht den erhofften Vorsprung in der Gesamtwertung des DAV. Nach einem 2 und einem 1. Platz wurde er im 3. Lauf mit Wertungsausschluss bestraft, da er
unter "Gelb" überholte. Dafür könnte er sich sicher selbst..., da er ein routinierter Fahrer ist, der das Reglement beherrscht. Somit beträgt sein Rückstand zum führenden Meinzel (507) nun 12,5 Punkte.
Maier (404) und Moosburger (410) hatten mit technischen Problemen zu kämpfen. Obwohl Torsten Schulze, Willis Vater, noch bei Moosburger aushalf und die abgerissene Aufhängung schweißte, brachte er es doch nur
in den Läufen 1 und 2 auf die Plätze 3 und 6. Im 3. Lauf kam nach 2 Runden das Aus. Andreas Kaune schaffte im 3. Lauf einen hervorragenden 2. Platz und sammelte an diesem Wochenende mit 50 Meisterschaftspunkten
so viel wie noch nie in dieser Saison.
Klasse 5
Für Frank Meinzel (507) lief es gut an, bis er sich im 3. Lauf als Führender in der letzten Kurve vor dem Ziel drehte und stehen blieb. Das ganze Feld zog an ihm vorbei und nahm ihm damit 12 Punkte ab. (20 hätte
er für den Sieg bekommen, mit Platz 9 wurden es nur 8 Pkt.) Sabrina Straub (504) lag gut im Feld, als sich Timo Behm (508) vor ihr drehte. Sie steckte dahinter fest, die anderen hatten mehr Zeit zum reagieren
und sie hatte ihre Not, wieder heranzukommen. Mit dem 4. Platz in der Tageswertung und dem Sprung auf die 9. Position der DAV-Wertung dürfte sie jedoch einigermaßen zufrieden sein. Auch Dieter Dieselkämper zeigte
wieder sein Können und rutschte mit dem verdienten Tagessieg auf den 5. DAV-Wertungsplatz. Michael Lode (520) hatte ziemliches Pech und blieb im 3. Lauf nach nur 1 Runde ohne Punkte.
Klasse 6
Mit 6 Startern in der Klasse war die Gefahr für die DAV-Fahrer Michael Straub (601) und Wolfgang Grübel (603) diesmal ziemlich gering, obwohl im 3. Lauf tatsächlich nur die geforderten 3 Starter da waren. Mit den
zwei 2. Plätzen ist Michael Straub zufrieden, den 2. Wertungslauf hätte er allerdings auch gerne so beendet. Denn auf dem 2. Platz liegend, ist durch Materialermüdung plötzlich die Lenksäule abgerissen. Langsam
drehte Straub seine Runden, um wenigstens die Punkte für den 4. Platz mitzunehmen. Grübel konnte sich über den 2. Platz der Tageswertung freuen, zum Finale trat er nicht mehr an. Auch Volker Schlag hatte seinen
"Spezialer" wieder mal herausgeholt. Im ersten Lauf kam er auch auf Platz 3, im 2. Lauf fiel er aus und bekam sein Fahrzeug nicht mehr flott. Daniel Berg (617) hatte mit seinem Tatra einige technische Probleme
und fuhr nur im 1. Lauf in die Punkte. Ähnlich erging es auch Marcus Märzendorfer (611).
Klasse 7-9
Willi Schulze (2) fuhr alle Siege ein. Ein Gesamtsieg bei den DAV-Junioren liegt aber eher in weiter Ferne. Marcus Alexiewicz konnte mit 2 zweiten Plätzen von sich Reden machen und auch Natalie Straub mit ihrem
eher schwachen 2CV-Crosskart schaffte es auf den 2. Platz der Tageswertung. Rene Mandel (4) hatte im 1. Lauf Probleme, konnte in den folgenden Läufen aber wieder gut punkten und führt weiterhin die Liste der
Junioren an. Johannes Söhl konnte zwar nicht Papas Erfolge teilen, zeigt aber auch schon kontinuierlich, was in ihm steckt. Kevin Munkler (9) und Pascal Erletz (6), ebenfalls mit dem schwächeren 2CV- Cross-Kart
belegten die Gesamtplätze 6 und 5 und im Finale 5 und 6.
Rund um eine gelungene Veranstaltung, bei der sich die Kesseltaler so manches Highlight ausdachten. So gab es am Samstagabend einen "Reifenwechsel-Wettbewerb", der für viel Stimmung sorgte und zum Abschluss am
Sonntagabend das Superfinale, bei dem 5 DM-Fahrer aus den Gruppen Serientourenwagen, Supertourenwagen und Spezialcrossfahrzeuge gegen 5 Fahrer der "freien Szene" antraten. Ebenfalls eine spannende Sache.
Wünschen wir dem Veranstalter "MC Kesseltal" für die kommende Saison die richtigen Partner und Fürsprecher, damit wir auch 2008 solche spannenden Rennen sehen können und uns im Festzelt kulinarisch verwöhnen
lassen können.
Sylvia Giese




