Ups, wie hat sich der Gründautalring, der heute ADAC Verkehrssicherheitsanlage heißt, doch verändert. Gerade mal noch ca. 100 Meter loser Untergrund, alles andere fein säuberlich asphaltiert und von Leitplanken gesäumt. Die Anlage macht wirklich
einen guten Eindruck, mindestens für den Zuschauer, seitens der Fahrer gab es auch einige kritische Stimmen.
Auch die einzelnen Rennen waren für den Zuschauer sehr spektakulär, konnten die Fahrer die Leistung ihrer Motoren voll in Geschwindigkeit umsetzen, wobei der eine oder andere bei den Motorumdrehungen bereits vom Drehzahlbegrenzer gebremst wurde.
Um mangelnde Beteiligung brauchte man sich keine Sorgen zu machen. Der MSC-Gründautal hatte zur Doppelveranstaltung mit den Rallycrossern eingeladen und so war das Fahrerlager rappelvoll.
Freies- und Qualifikationstraining war bereits am Sonnabend absolviert und so konnte es am Sonntag morgen bei trockenem Wetter – allerdings war der Wind unangenehm frisch – pünktlich losgehen.
Die Abteilung Autocross begann wiederum mit den Junioren in den Cross-Karts bzw. Juniorkarts. „Urgestein" Willi Schulze, Natalie Straub und Neuzugang Rene Mandel stellten sich in der ersten Reihe auf, Johannes Söhl aus York stand in Reihe 2. Vom
Start weg zeigte Natalie aus der Autocrossdynastie Straub, wenig Respekt vor den jungen Herren. Dann passiert es aber doch, Natalie macht einen kleinen Fehler und Willi war vorbei. Auch Rene Mandel wollte zeigen, daß er nicht nur zum Mitfahren
nach Gründau gekommen war, biss sich aber an Natalie die Zähne aus. Johannes Söhl machte als Jüngster eine gute Figur, zur Spitze fehlt noch ein wenig, aber noch hat er ja Zeit. Ein guter Auftakt, den er Nachwuchs den Zuschauern bot und Hut ab
vor den Piloten, die erstmals erfuhren, wie schnell so ein Juniorenkart auf Asphalt wird. Immerhin betrug der Schnitt übers Rennen 77,5 km/h. Im Finale wurde die schnellste Runde von Willi Schulze mit 84,1 km/h gefahren.
Nun waren die Juniorkarts der Klasse 6c an der Reihe: Schade, schade, daß diese Klasse immer noch so wenig Fahrer hat. Immerhin waren vier Fahrzeuge am Start. Neben Werner Hattig aus Aschaffenburg und Patrick Krüger aus Halle standen noch Tanja
Wallukat aus Jettenberg und Patrick Rauber am Start. Den Start gewann diesmal Patrick Krüger vor Hattig und Fräulein Wallukat. Raubers Juniorkart erinnerte an selige 2-Taktzeiten und nebelt alles ein. Patrick Krüger konnte aus seinem Starterfolg
leider nichts machen und mußte Hattig und Wallukat ziehen lassen. Tanja kämpft und konnte den Abstand zu Hattig verkleinern. Den Sieg von Hattig konnte sie nicht mehr verhindern. Die schnellste Runde fährt übrigens Tanja Wallukat mit 82,82 km/h.
Die Serientourenwagen der Klasse 1 mußten wegen ihrer hohen Starterzahl wieder in 2 Gruppen gestartet werden. In Gruppe 1 versammelten sich in der ersten Reihe Michael Elstner, Achim Kraatzberger, und Mario Detzer. In Reihe 2 die
Herren Thomas Schulz, und Oliver Storz. Reihe 3 bildeten Marco Gebhardt, Vivien Volck, und Thomas Alexiewicz.
Für Vivien Volck war es das erste Rennen überhaupt. Während sie zumindest äußerlich die Ruhe selbst zu sein schien, war Papa Reiner – Mannschaftseuropameister aus der Vergangenheit - aufgeregt wie ein Vollblutpferd.
Die Führung übernahm Michael Elstner im Golf, dicht dahinter Achim Kraatzberger in einem Renault 16V. Mario Detzer machte ebenfalls so richtig Dampf. Ein tolles Rennen, alle dicht beieinander, jeder auf einen Fehler des Vordermanns lauernd. In
Runde 3 schiebt sich Marco Gebhardt auf den 3. Platz und attackierte weiter. Mario Detzer hatte an der Vorderachse einen Schaden und mußte daher zurückstecken. Marco Gebhardt gewann schließlich vor Michael Elstner, Achim Kraatzberger, Thomas
Schulz, Mario Detzer, Oliver Storz, Thomas Alexiewicz und Vivien Volck.
Gruppe 2 stellte sich wie folgt auf. Reihe 1 Vorjahresmeister D. Bendix, Christoph Wanninger, und Marcus Ruppel. In Reihe 2 Baumgärtner und Spaans, Reihe 3 Rene Krüger und Jens Mock. Den Start gewann Markus Ruppel vor Bendix und Wanninger.
Baumgärtner aus Reihe zwei kommend versuchte mit Gewalt Plätze gut zu machen. Leider kostet das den Ausfall nach 2 Runden. Immerhin blieb ihm die Ehre der schnellsten Runde mit 90,237 km/h.
Ruppel konnte sich ab der 4. Runde etwas absetzen. Bendix war Zweiter, dann Wanninger, Krüger, Mock und Spaans. Das war dann letztlich auch der Zieleinlauf.
Supertourenwagen Klasse 2
In der 1. Reihe Norbert Fuchs mit dem dicken Audi, Ignaz Schneider aus Österreich und Stefan Hartmann im Audi-Coupe. Reihe 2 wurde von Wolfgang Faß und Rene Schlöffel besetzt. Thomas Kunert, Torsten Schulze und Oliver Günthner bilden Reihe 3 und
ganz hinten baute Hermann Röben jr. sein Dickschiff auf. Schneider gewann zwar den Start wurde aber sofort von Fuchs attackiert und mußte zurück auf Platz 2. Röben überholte 4 Konkurrenten mußte aber nach Runde zwei ausscheiden. Fuchs und Schneider
machten die Sache unter sich aus. Schneider hatte Vorteile in den Kurven, Fuchs zog auf den Geraden davon. Dahinter kämpfte eine Viererkette, aber Wolfgang Faß bekam Motorprobleme und mußte die Anderen ziehen lassen. Am Ende behielt Fuchs die Nase
vor Schneider, Hartmann, Günthner, R. Schlöffel, Faß, Schulze und Kunert.
Alle warteten gespannt auf die Vorstellung der Spezialcrosser der Klasse 3. Wie würden die wohl auf dem festen Untergrund zurecht kommen. Die Startaufstellung: 1. Reihe Markus Rausch, Carsten Schlöffel, und Josef Vögel aus Österreich.
2. Reihe Sven Christmann und Ferdi Hengstwerth. 3. Reihe Sabrina Straub und Daniel Naumann. Christmann reagierte etwas nervös und verursachte zunächst einen Fehlstart. Regelgerecht setzte es eine Verwarnung bevor der 2. Versuch unternommen wurde.
Nach dem Start führte der Gast aus Österreich, vor Rausch, Hengstwerth und Christmann. Zum Schluß wollte Christmann es noch mal wissen und kollidiert mit Hengstwerth. Beide Autos wirbelten durch die Luft, aber glücklicherweise blieben die Fahrer
unverletzt, dafür hatten die Autos deutliche Spuren. Sieger also Josef Vögel, vor Markus Rausch und Sabrina Straub, die damit bei ihrem erst dritten Rennen als „ältere Dame“ mächtig imponierte.
In der Klasse 4 hatten sich immerhin 3 Starter gefunden. Marcus Märzendorfer mit Porsche Power, Wolfgang Grübel mit BMW Motor im Eigenbau und natürlich Michael Straub mit dem Spitznagel. Märzendorfer, der über Nacht noch den Motor
wechseln mußte übernahm souverän die Führung. Straubs Motor klang zeitweilig wie ein Maschinengewehr und zeigte Leistungsverlust. Danach ergab sich zwangsläufig folgender Einlauf: Märzendorfer vor Grübel und Straub.
Nach einem weiteren Durchlauf der Rallycrosser begann dann alles wieder von vorn. Start frei für die Wertungsläufe Nr. 2.
Juniorkarts der Klasse 6c
Nachdem Hattig wiederum den Start gewonnen hatte, gab es eine spannende Hatz zwischen ihm, Tanja Wallukat und Patrick Krüger. Patrick Rauber fiel dabei immer weiter zurück. Immer wieder versuchte Tanja dem „älteren Herrn“ aus Aschaffenburg die Spitze
abzujagen und 1 Runde vor Schluß dann der Jubel. Sie hatte es geschafft und fuhr vor Werner Hattig und Patrick Krüger über die Ziellinie. Ein tolles Rennen, trotz der geringen Starterzahl Wie sähe das wohl bei 10 Teilnehmern aus?
Cross- und Juniorkarts der Klassen 5 und 6a
Zunächst gewann Rene Mandel den Start, mußte sich aber dann Willi Schulzes Angriffen beugen. Das ging einige Runden so und man rechnete mit einem klaren Sieg von Schulze.
Beim überrunden der 7 gab es aber dann ein Problem. Willi verlor kurzzeitig die Kontrolle und sofort war Rene Mandel natürlich vorbei. Also Mandel vor Schulze und Natalie Straub.
Johannes Söhl kam auf Platz vier rein.
Klasse 1 Serientourenwagen
Gruppe 1
Am Start in Reihe 1 Kraatzberger, Gebhardt, Ruppel. In Reihe 2 Detzer, Storz. Reihe 3 Baumgärtner, Spaans, Wanninger. In den ersten drei Runden führte Markus Ruppel, der Lokalmatador im Ford Escort. Dahinter Marco Gebhardt und dann bereits Kaatzberger.
Dann Detzer, Baumgärtner, Storz , Wanninger und Spaans.
Marco Gebhardt übernimmt ab Runde 5 die Führung, Baumgärtner erkämpft Platz 3. Kraatzberger wird Vierter, vor Detzer, Storz, Wanninger und Spaans.
Gruppe 2
In der ersten Reihe Thomas Schulz neben Domenic Bendix und Michael Elstner. Dann in Reihe 2 Rene Krüger und Jens Mock, in Reihe 3 Thomas Alexiewicz und Vivien Volck.
Zunächst scheint Thomas Schulz den Start zu gewinnen, aber am Ende setzt sich doch Domenic Bendix durch. Michael Elstner, Rene Krüger ,Alexiewicz, Mock und Vivien Volck folgen. Bald hat sich alles ordnungsgemäß sortiert und fährt einträchtig nacheinander.
Papa Volck freut sich, daß seine Tochter Vivien das Tempo mitgehen kann und , wenn auch am Ende des Feldes, wacker den Anschluß hält. Alle Achtung, für’s erste mal, war das Spitze.
Klasse 2 Supertourenwagen
Ignaz Schneider brachte den Lancia am besten vom Start, Fuchs und Hartmann hinterher.
An vierter Stelle Oliver Günthner, der aber nach 1 Runde abstellen mußte. Hartmann konnte sich der Angriffe von Schlöffel nicht erwehren und fiel auf Platz vier zurück. Thomas Kunert kam auf einmal mit völlig verbeultem Vorderwagen an Start und Ziel vorbei.
Thomas Kunert blieb nur die „rote Laterne“ Zieleinlauf also Schneider, Fuchs, Schlöffel, Hartmann, Schulze und Kunert.
Klasse 3 Spezial-Autocrossfahrzeuge bis 1600 ccm
In der Startaufstellung versammeln sich Rausch, Vögel und Sabrina Straub in der ersten Reihe. Dahinter Naumann und Carsten Schlöffel. Der schnelle Österreicher übernahm die Führung, aber Markus Rausch will beweisen, daß man in Ahlen auch schnell autofahren kann.
In Runde 4 waren seine Angriffe erfolgreich und er übernahm die Führung. Carsten Schlöffel spornte dies wohl besonders an, denn auch er konnte noch am Kawasaki Eigenbau vorbei schlüpfen. Rausch also vor Schlöffel, Vögel , Sabrina Straub und Naumann.
Klasse 4 Spezial-Autocrossfahrzeuge über 1600 ccm
Diesmal hatte Wolfgang Grübel aus Lindau die Nase beim Start vorn. Grübel , Märzendorfer, Straub hieß die Reihenfolge, die sich auch bis ins Ziel nicht mehr änderte. Allerdings hatte Grübel Glück, denn unmittelbar am Ziel brach hinten rechts die Felge
und Rad und Fahrzeug überquerten voneinander getrennt die Ziellinie.
Nun noch die Finals
Cross- Juniorkarts Klasse 5 u. 6a
Natalie Straub führte das Feld an. Willi Schulze hatte wohl am Start ein bisschen geschlafen und war nur Dritter hinter Rene Mandel. Johannes Söhl am Schluß, mit der Sammlung von Erfahrung beschäftigt. Aber ein echter Schulze gibt nicht auf, nach
Runde 4 war er Zweiter.
Dann sah es lange so aus, als würde Natalie ihren Platz halten können. Aber irgendwo mußte sie einen Fehler gemacht haben, denn plötzlich fuhr Rene Mandel als Zweiter durchs Ziel.
Juniorkarts Klasse 6c
Einmal mehr stach Werner Hattig als Erster in die Kurve nach Start und Ziel. Aber Tanja Wallukat im grasgrünem Auto und auch Patrick Krüger waren dicht dahinter. Hattig musste alles Können aufbieten, um diese Reihenfolge bestehen zu lassen. In Runde 3
fuhr er mit 92,208 km/h. die schnellste Runde. Dann, kurz vor Schluß schnappte Tanja doch noch zu und gewann diese Finale vor Hattig und Krüger.
Serientourenwagen Klasse 1
Angetreten waren 10 Fahrzeuge, nämlich Detzer, Bendix, Elstner, Kraatzberger Rene Krüger, Jens Mock, Thomas Schulz, Marcus Ruppel, Marco Gebhardt und Christoph Wanninger.
Gleich nach dem Start wollten einige des guten zuviel und es krachte in Kurve 1. Rennabbruch! Zum Neustart stellten sich dann nur noch fünf Fahrzeuge: Detzer, Bendix, Elstner, Kraatzberger und Rene Krüger, Mario Detzer gewann den Start und führte
das Feld souverän an, konnte sich im Verlauf der acht Runden auch etwas absetzen. Dahinter wurde tüchtig gekämpft. Bendix war mit seinem vorletzten Startplatz überhaupt nicht zufrieden und arbeitete sich verbissen nach vorn. Platz zwei war der
verdiente Lohn. Michael Elstner, Achim Kraatzberger und Rene Krüger folgten in dieser Reihenfolge.
Supertourenwagen Klasse 2
Rene Schlöffel kam als Erster aus der ersten Runde. Dann Hartmann und Fuchs.
Ignaz Schneider wollte das Starthandicap zu schnell überwinden und fand sich plötzlich neben der Strecke wieder. Danach begann er eine sehenswerte Aufholjagd. Als Hartmann nach 3 Runden ausfiel belegte Schneider sogar Platz 2.Rene Schlöffel also Sieger
vor Schneider, Fuchs, Kunert und Torsten Schulze.
Spezial Autocrossfahrzeuge Klasse 3 u. 4
In der Startaufstellung stehen Straub, Grübel, Naumann, Vögel Sabrina Straub, Rausch und Carsten Schlöffel. Michael Straub gewinnt den Start und gibt diese Position bis ins Ziel auch nicht mehr ab. Grübel ebenfalls im Klasse 4-Auto liegt an zweiter Stelle.
Alle fahren wie auf eine Schnur aufgereiht. Fast bekommt man den Eindruck, als hielt der Hiltzinger die Meute ein wenig auf, aber das kann auch täuschen. Hinten beharkten sich Rausch und Schlöffel. In der letzten Runde ging das schief , Carsten Schlöffel
fand sich plötzlich auf einem Reifenstapel sitzend. Auch Markus Rausch machte kein glückliches Gesicht, als auch für ihn nach sieben Runden das „aus“ kam.
Alles in allem, ein schönes Rennwochenende. Am Nachmittag wagte sich sogar die Sonne hervor und verdrängte den kühlen Wind. Die Organisation war einwandfrei, es ging fast Schlag auf Schlag mit nur ganz wenig Unterbrechungen. Natürlich hätte man sich in
manchen Klassen etwas mehr Beteiligung wünschen können, aber auch so kam es nie zur Langeweile und die Zuschauer wurden trefflich unterhalten.
Eberhard Rast





