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24.07.2006
Buxtehude - das heiße Renn-Wochenende
Bericht vom 4. Lauf zur Deutschen Autocross Meisterschaft am 15./16. Juli 2006 in Buxtehude

Was 2003 als Versuchsballon gestartet wurde, ist mittlerweile fester Bestandteil geworden. Nämlich die Doppelveranstaltung für die Deutsche Meisterschaft im Autocross und im Rallycross auf dem Estering in Buxtehude. Aber was ist in Buxtehude nicht alles möglich.
Sogar der Hase und der Igel haben sich in grauer Vorzeit dort schon Rennen geliefert, behaupten jedenfalls die Gebrüder Grimm. Dass Buxtehude auch höherenorts einen guten Ruf genießt zeigte die Tatsache, daß Petrus an beiden Tagen 100 % Sonnenschein schickte.
Der gute Ruf für ausgezeichnete Organisation und eine interessante Strecke erbrachte nicht nur ein sehr gutes Nennergebnis – insgesamt waren 138 Fahrzeuge am Start – sondern lockte auch eine erfreuliche Anzahl an Zuschauern an den Ring.
Während am Samstag das Training und einige Vorläufe bei den Rallycrossern gestartet wurden – auch da waren die Organisatoren – vom Zuschauerinteresse angetan, ging es am Sonntag dann richtig zur Sache.

Klasse 5, 6a und 6c
Leider hatten wieder nur sehr wenig Starter den weiten Weg nach Buxtehude gefunden. Also wurde zusammengelegt, aber getrennt gewertet.
In der ersten Reihe also Hattig, Laubach und Krüger. Hattig braust wie gewohnt davon, bekommt aber in der Sparkassen-Kurve Probleme mit Patrick Krüger. Lachender Dritter ist Steven Laubach, der nichts anbrennen läßt und mit knapp 3 Sekunden gewinnt.
Natalie Straub, Willi Schulze und Johannes Söhl heißen die Starter aus der Juniorenklasse.
Natalie tritt in die Fußstapfen ihrer älteren Schwester Sabrina und gewinnt ihre Klasse im Spitznagel-Crosskart ( Klasse 5 )vor Willi Schulze im Juniorkart ( Klasse 6a ) und Johannes Söhl im Crosskart (Klasse 5 ).
Im zweiten Lauf gibt es einen Fehlstart, der zunächst nicht geahntet wird. Wenig später wird der Lauf anulliert und kurzfristig wiederholt. Auf Grund der kurzen Zeitspanne sind nicht alle Fahrzeuge der Klasse 6c einsatzfähig, so daß es nur Punkte für die Klassen 5 und 6a gibt.
Die Reihenfolge ist gleich der im ersten Lauf: Straub, Schulze, Söhl.
Übrigens ist wegen der geringen Teilnehmerzahl keine dieser Klassen für die Deutsche Meisterschaft, noch für die Deutsche Juniorenmeisterschaft ausgeschrieben. Die Klassen 5 und 6a fahren um einen Juniorenpokal, der vom dmsj (Deutsche Motorsport Jugend) ausgeschrieben wurde. Der DAV allerdings wertet im Rahmen der Deutschen Autocross Trophäe. Somit zählen die eigefahrenen Punkte bei der jeweiligen Veranstaltung und am Saisonende für Preisgeld und Pokale.
Im Finale waren dann wieder alle drei Juniorkarts der Klasse 6c am Start und Hattig revanchierte sich für seine „Niederlage“ im 1. Wertungslauf. Nach 9 Runden hatte er seine Nase mit etwas mehr als einer Sekunde vor Krüger vorn. Steven Laubach gewann die Bronzemedaille.
Bei den Junioren balgten sich Natalie Straub und Johannes Söhl um die Punkte.
Natalie gewann mit einem klarem Schultersieg mit über 50 Sekunden Vorsprung.
Trotzdem, an dieser Stelle ein dickes Lob für Söhl jr. der sich mit seinen 10 Jahren ganz schön was traut.

Klasse 1
Wie schon in den vorangegangenen Läufen mußte auch in Buxtehude in 2 Gruppen gestartet werden. In Gruppe 1 starten: 133 Phillip Schwarz im Peugeot 309, 117 Christoph Wanniger im Citroen AX, 104 Mario Detzer im Golf in Reihe 1, dahinter 122 Achim Krautzberger, und die 128 Mario Bauer, Peugeot, in Reihe drei dann 129 Benjamin Goltz im Citroen.
Ein leichtes anrucken von Detzer wird von den Startrichtern ignoriert. Detzer rechnet mit der schwarz-weißen Fahne und bleibt stehen. Als er die Situation durchschaut ist es viel zu spät und die Meute ist längst über alle Berge. Phillip Schwarz fährt souverän an der Spitze. Krautzberger auf Platz 2, Patrick Bauer auf der Drei. Detzer kämpft sich von hinten Meter heran. Ab Runde vier ist er Dritter. Gefolgt von Bauer, Wanninger und Goltz.
In der 2. Gruppe stehen in der ersten Reihe der in der Meisterschaft Führende Marc Gebhardt im Nissan, in der Mitte Domenik Bendix, der amtierende Deutsche Meister im Opel, links Jürgen Spaans im Golf. Reihe 2 bilden Thomas Alexiewicz im Citroen und Rene Krüger im Suzuki. Und in der dritten Reihe Thomas Schulz.
Gleich nach dem Start geht es in der Sparkassenkurve hoch her, Gebhardt kommt als Erster. dann Krüger, der aber schon auf der Gegengeraden von Bendix geputzt wird. Dann fehlt plötzlich der deutsche Meister. Motorschaden wie er im Interview bekannt gibt und alle Hoffnung auf einen erneuten Gewinn der Meisterschaft aufgibt. Gebhardt stürmt Allen davon,
er will es in diesem Jahr wissen. Rene Krüger ist lange Zweiter, bis ihn ein Reifenschaden handicapt. Den dritten Platz, hinter Thomas Alexiewicz kann er jedoch halten. Jürgen Spaans und Thomas Schulz (eine Runde zurück) komplettieren das Ergebnis. In der Addition der gefahrenen Zeiten ergibt sich für den ersten Wertungslauf folgende Reihenfolge: 108, 133, 122, 128, 104, 110, 103, 117, 112, 129, 106.
Im zweiten Durchgang dann in der ersten Gruppe die Startnummern 133, 128, 110, u. 129. . Für einen Moment hat Thomas Alexiewicz die Nase ganz vorn, muß sich aber dann doch der 133 beugen. Aber er kämpft u Bauer macht ganz gewaltig Dampf, aber es reicht. Mit einer halben Wagenlänge behauptet er sich auf Platz 2.
Vierter wird Benjamin Goltz, der nach drei Runden sein Auto abstellen mußte, nachdem starke Rauchzeichen das bevorstehende Ende bereits im ersten Wertungslauf angekündigt hatten.
In der zweiten Gruppe dann wieder die 108, 122, 104, 103 u. 106.
Konkurenzlos führt Mario Gebhardt das Felde an. Dahinter folgen Jürgen Spaans und Achim Krautzberger, Rene Krüger belegt Platz vier und muß sich immer wieder den Atacken von Mario Detzer erwehren. Aber am Ende bleibt die Reihenfolge erhalten. Thomas Schulz signalisiert mit der roten Laterne das Ende des Laufes.
Die DM-Punkte im zweiten Wertungslauf verteilen sich wie folgt: Phillip Schwarz, (20), Marco Gebhardt (17) Thomas Alexiewicz
(15), Patrick Bauer (13), Jürgen Spaans ( 12), Achim Krautzberger ( 11), Rene Krüger ( 10), Mario Detzer ( 9), Thomas Schulz ( 8) und benjamin Goltz ( 7).
Dann noch das Finale. Wieder strebt Thomas Alexiewicz als Erster die Sparkassenkurve zu erreichen, aber bereits am Scheitelpungt ist Detzer vorn. Marcus Gebhardt, auf Grund der Handicapregelung von hinten gestartet kämpft sich Runde um Runde zur Spitze. Ab Runde 4 atackiert er Mario Detzer. Der nutzt aber seine Erfahrung und Routine und bringt Gebhardt zu verzweifeln. Runde um Runde geht das so. Die Spannung ist kaum zu überbieten. Am Ende bleibt Wächtersbach vor Stadtallendorf, Alexiewicz wird Dritter, vor Schulz, Krautzberger , Bauer und Krüger, der allerdings eine Runde zurück liegt.

Klasse 2
Die Startaufstellung sieht in der ersten Reihe Ignaz Schneider im Lancia Integrale (231), Rene Schlöffel im Suzuki Swift (201) und NilsVoelkel im Golf (254). In reihe 2 Norbert Fuchs mit dem Audi Dickschiff (208), und Wolfgang Schwarz Golf III (205) Thomas Kunert mit dem Golf Syncro ist Solist in reihe drei.
Vom Start weg zeigt Schneider, daß der Lancia in dieser Klasse das Maß aller Dinge ist. Es folgen Voelkel, Schlöffel und Kunert. Fuchs hat sich in der ersten Runde die Lenkung ramponiert und muß abstellen. Während Schneider unbehelligt seine Bahn zieht kommt Schlöffel langsam an Voelkel haran. Kurz vor Schluß ist es dann soweit. Schlöffel kann sich an Voelkel vorbeizwängen und wird Zweiter. Schwarz hält sich aus allem raus und wird Vierter. Kunert belegt Platz 5.
Im zweiten Lauf dann das selbe Bild und gleicher Einlauf. Pech für Wolfgang Schwarz, dessen Motor sich unmittelbar nach Zieleinlauf mit Lagerschaden verabschiedete.
Im Finale waren es deshalb dann nur noch vier. Thomas Kunert mußte nach 3 Runden ebenfalls Defekt melden, sodaß die drei verbliebenen zwar tolle Rundenzeiten fuhren, sich aber an der für diesen Tag gefundene Hackordnung nicht veränderte. Schneider, Schlöffel, Voelkel, so der Zieleinlauf.

Klasse 3 und 4
In der ersten Gruppe steht Denis Engel (403) einmal mehr auf der Poole, neben ihm Josef Vogel (325) und Heiner Ropers (320). In Reihe zwei die Herren Sven Christmann (316) und Michael Straub (402). In Reihe drei Holger Gocht (322) und Sabrina Straub.Wie zu erwarten precht Engel mit gewaltigem Speed sofort an die Spitze, Vogel, Christmann, Vater Straub und Tochter Sabrina ,Ropers, und Gocht sind die Verfolger. Sabrina scheint einen Schaden an der Vorderachse zu haben und scheidet in der dritten Runde aus. Vorn zieht Denis Engel einsam seine Bahnen. Kampf gibt es um Platz zwei und drei. Christmann versucht sich immer wieder an Josef Vogel, bis es ihm gelingt den Josef zu überholen.
In der zweiten Gruppe stehen in Reihe 1 Sandro Carls (308), Markus Rausch, (304) und Marco Henker (407), in Reihe 2 postieren sich Dieter Dieselkämper (312) und Daniel Naumann (302), in Reihe drei stehen Carsten Schlöffel und Mirko Fiedler.
Markus Rausch gewinnt den Start und kann sich der Angriffe von Naumann erwehren, kann sich später sogar absetzen. Henker fährt sicher auf Platz drei. Sandro Carls muß schon unmittelbar nach dem Start abstellen und für Dieselkämper ist das Rennen nach Runde 6 zu Ende. Zieleinlauf also: Rausch, Naumann, Henker, Schlöffel, Fiedler.
Im zweiten Wertungslauf stehen bei der ersten Gruppe in Reihe eins Sven Christmann (316) Marcus Rausch (304) und Daniel Naumann (302) dahinter Carsten Schlöffel und Michael Straub (402).
Mit einem fulminanten Start braust Straub davon, Rausch ist ihm dicht auf den Fersen. Straub wird überholt kontert aber und holt sich Platz 1 zurück. Spannendes geschehen auf der Bahn.
Raus versucht immer wieder an Straub vorbei zu kommen. Und da ist dann noch Sven Christmann, der ebenfalls ein verwegenes Rennen fährt. Die drei zeigen dem Publikum wie interssant Autocross-Sport ist. Mit unheimlichem Einsatz wird um jeden Meter gekämpft.
Letzlich bleibt es bei der Reihenfolge.
In Gruppe 2 stehen vorn Denis Engel, Josef Vogel und Marco Henker, in Reihe zwei Mirko Fiedler und Heiner Ropers. Keine Frage, Engel braust wie ein Wirbelwind nach vorn. Das zweite Dickschiff von Marco Henker bezieht Position zwei, danach Josef Vogel, Heiner Ropers und abgeschlagen Mirko Fiedler Heiner Ropers fällt nach 3 Runden aus. Am Ende gibt es folgenden Einlauf: 403, 407,325 und 307.

Den Höhepunkt es Tages, das Finale der Spezialautocrossfahrzeuge entschied Michael Straub für sich. Sein Kommentar: „Endlich habe ich die richtigen Reifen gefunden. Es macht wieder richtig Spaß“. Daniel Naumann belegte Platz zwei. Christmann wurde Vierter vor Marcus Rausch. Denis Engel riskierte vom letzten Startplatz aus startend etwas zuviel und mußte mit dem letzten Platz vorlieb nehmen. Da er nur sporadisch in diesem Jahr in der Deutschen Autocross Meisterschaft startet und auch nicht in die Deutsche Autocross Trophäe eingeschrieben ist, können ihm die Punkte ohnehin egal sein. Die Überlegenheit seines Autos und seine Fahrzeugbeherrschung hatte er ohnehin bereits eindrucksvoll demonstriert.

Eberhard Rast
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