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Bericht vom 6. Lauf zur Deutschen Autocross Meisterschaft am 21.08.2005 in Ortrand
Wer sich ein wenig in der deutschen Autocross Szene auskennt, der weiß, Ortrand und Umgebung ist ein echtes Nest im Autocross Sport.
Dies beweist nicht nur die Tatsache, dass der MC Ortrand eine ganze Reihe von sehr guten Fahrern sowohl im Lizenz-Sport, als auch in der „Freien Szene“ hervorgebracht hat, sondern auch das Vorhandensein einer wirklich feinen Rennstrecke.

Als die Vereinsoberen im Sommer 2004 an den DAV herantraten und sich nach Voraussetzungen und Bedingungen für die Erlangung eines Prädikatslaufes für die Deutsche Autocross Meisterschaft erkundigten, wurde spontan Hilfe und Unterstützung zugesagt.
Auch der DMSB erkannte bei der Besichtigung der Rennstrecke die positiven Merkmale und nach einigen den heutigen Ansprüche genügenden Ergänzungen verlief die obligatorische Streckenabnahme ohne nennenswerte Beanstandungen. In der Ausrichtung von Europameisterschaftsläufen und Rennen zur deutschen Meisterschaft erfahrene Kollegen aus der Oberlausitz und Seelow standen beratend zur Seite.
Im Ergebnis präsentierte der MC Ortrand eine hervorragend organisierte Veranstaltung, die, daß war jedenfalls die Meinung vieler, keine Wünsche offen ließ.
Alle organisatorischen Positionen waren sehr gut besetzt, die Zeitnahme arbeitete präzise und schnell, für den Bahndienst standen ausreichend Maschinen und Geräte zur Verfügung, wie gesagt, alles war Top. Diesem guten Gesamtbild konnte sich selbst Petrus nicht verschließen, er schickte anstelle des von Herrn Kachelmann prognostizierten Regenwetters strahlenden Sonnenschein. Das merkten bald auch die autocrossbegeisterten Fans aus der Umgebung, sodass gegen Mittag auch eine ansehnliche Zuschauerkulisse von den offiziellen Willkommensrednern zu begrüßen war.
Da auch eine große Anzahl von Fahrern der „Freien Szene“ anwesend waren, es ging unter anderem um die Südbrandenburgische Meisterschaft, mußte bereits am Sonnabend trainiert werden. Nach dem Wertungstraining am Sonntag früh ging es dann pünktlich um 11.00 Uhr mit den ersten Wertungsläufen zur Deutschen Autocross Meisterschaft los.

Cross Karts / Junior-Karts
Am Vorstart präsentierte sich ein buntes Feld. 3 Juniorkarts mit 650 ccm Motoren, die nicht von Jugendlichen, sondern von über 18 jährigen pilotiert wurden. (Werner Hattig, Patrick Krüger, Torsten Schulze) Natürlich Sabrina Straub mit dem 2 CV Cross-Kart aus der Spitznagelschmiede und die Gebrüder Stephan und Willi Schulze.
Wie erwartet gingen die „Großen“ sofort vom Start weg in Führung. Dabei machte Patrick Krüger zunächst eine hervorragende Figur und führt das Feld an. In der 4. Runde bekommt er allerdings Getriebeprobleme und muß Werner Hattig aus Aschaffenburg ziehen lassen. Dritter wird Torsten Schulze der noch nicht so richtig in Fahrt kam und Sabrina Straub im 2 CV nie so richtig abschütteln konnte.
Beiden Junioren also das gewohnte Bild, der „Giftzwerg“ souverän an der Spitze. Willi Schulze fiel schon nach der ersten Runde aus. Somit für Stephan Schulze 17 fast geschenkte Punkte.
Im zweiten Wertungslauf dann ein ähnliches Bild. Bei den Juniorkarts mit 650 ccm gewinnt Hattig vor Krüger. Torsten Schulze fällt nach 4 Runden aus, kassiert aber immerhin 15 Punkte.
Bei den Junioren hat Sabrina Straub im Ziel 17 Sekunden Vorsprung vor Stephan Schulze.
Dessen Bruder Willi schafft diesmal immerhin 6 von 7 Runden.
Das Finale sollte man auf Grund der Ausfälle möglichst schnell vergessen. Hattig gewann mit 30 Sekunden Vorsprung vor Sabrina Straub. Alle anderen fielen der Defekthexe zum Opfer.

1. Wertungslauf
Bei den Serientourenwagen war neben der erfreulichen Tatsache einer ansehnlichen Starterzahl, wesentlich mehr los.
In der ersten Gruppe des ersten Wertungslaufes stehen Domenic Bendix und Markus Ruppel In der ersten Reihe. Bendix im Corsa kommt als Bester weg und Stephanie Benker kommt aus der ersten Runde als Zweite. Das ändert sich bald und Ruppel überholt. Den Pferdekuss den der Golf der Prinzessin aus dem Kesseltal dabei vom Escort abbekommt hat mit Erotik wenig zu tun. Offensichtlich hat er aber doch Adrenalin frei gesetzt, denn Stephanie klebt Herrn Ruppel einige Runden dicht am Heck. Herrn Bendix interessiert das herzlich wenig. Er fährt sicher an der Spitze, 20 fetten Meisterschaftspunkten entgegen. Vierter wird Rene Krüger aus Halle im Suzuki vor O. Storz. Thomas Schulze aus Schirgiswalde schleppt sich mit einem Plattfuß gehandicapt als Letzter ins Ziel.
In der zweiten Gruppe hat zweifellos Mario Detzer im Golf die Favoritenrolle. Aber sein Start ist so miserabel, daß er nur als Vorletzter aus der ersten Runde zurückkommt. Aber schon nach zwei Runden hat er sich auf Platz 2 vorgekämpft. Der mit einer Veranstaltungslizenz startende Manuel Weber aus Tettau lässt sich aber die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und wehrt alle Angriffe Detzers ab. Kurz vor Schluß muß der Wächtersbacher dann auch noch David Kallauch, den Lokalmatadoren, vorbei lassen. Der Einlauf: Weber, Kallauch, Detzer, Wanninger und Alexiewicz.

In der Klasse 2, den Supertourenwagen durften sich die Zuschauer über den Start der ehemaligen Deutschen Meisterin Grit Hennersdorf freuen. Mit Wolfgang Schwarz aus Bremen steht dazu noch ein ehemaliger Europameister am Start. Rene Schlöffel aus Wipfratal lässt aber nichts anbrennen und gewinnt den Start. Schwarz versucht zwar immer wieder seinen Golf am Suzuki vorbei zu zwängen. Allerdings ist die Bahn fürs überholen ein wenig schmal. Grit Hennersdorf braucht etwas länger, um in volle Fahrt zu kommen. Dann aber zeigt sie, daß sie von ihrem früheren Kampfgeist nichts verloren hat und hangelt sich an Schwarz heran. Oliver Günter fällt nach 5 Runden aus. Schlöffel gewinnt, drei Sekunden später wird Schwarz Zweiter und Grit Hennersdorf mit einer weiteren Sekunde Abstand Dritte. Denis Vesper im VW trägt die rote Laterne wacker ins Ziel.

Leider sieht die Klasse 3 Spezialautocrossfahrzeuge bis 1400 ccm nur 4 Fahrzeuge am Start.
Neben dem Lokalmatador Daniel Naumann im Büchl Eigenbau, wollen Frank Meinzl, Mirko Fiedler und Ivo Sauerbry um Punkte kämpfen. Trotz der besten Trainingszeit von Daniel Naumann kann sich Meinzl vom Start weg an die Spitze setzen. Mirko Fiedler markiert Platz zwei vor Naumann und Sauerbry. Leider fällt Fiedler nach 3 Runden aus.
Es gewinnt Meinzl vor Naumann und Sauerbry.

Die Klasse 4 Spezialautocrossfahrzeuge über 1400 ccm war mit 6 Startern nicht schlecht besetzt. Vom Start weg kann sich Denis Engel an die Spitze setzen. Erich Faul und Markus Rausch bilden die Spitzengruppe. Michael Straub, Carsten Schlöffel und Torsten Zimmermann fallen mehr und mehr zurück. Spätestens ab der dritten Runde hat man den Eindruck, daß Denis Engel seine Verfolger im Griff hat und noch schneller könnte, wenn er es denn müßte. Torsten Zimmermann fällt in der letzten Runde aus. Engel gewinnt, in Sekundenabstand folgen Faul und Rausch. Mit über 20 Sekunden Rückstand folgen dann Straub und Schlöffel.

2. Wertungslauf
Klasse 1 Serientourenwagen
Der Vorjahresmeister D. Bendix lässt beim Start alle Konkurrenten stehen und setzt sich sofort an die Spitze. Manuel Weber(Veranstaltungslizenz), David Kallauch, Oliver Storz, Thomas Schulz und Christoph Wanninger (Veranstaltungslizenz) folgen. Gegen Ende kann Wanninger infolge eines Querstehers von Schulze noch einen Platz gut machen und ist Vorletzter. Leider nicht lange, denn kurz vor dem Ziel kommt er auf den Begrenzungswall und das Fahrzeug überschlägt sich. Am Ende also wichtige 20 Punkte für Domenic Bendix.
In der zweiten Gruppe hat Mario Detzer bereits beim Vorstart Probleme mit der Kupplung. Beim Start hat zunächst Stefanie Benker das bessere Ende. Detzer bleibt zunächst stehen und versucht mit einem Anlasserstart seinen enteilten Konkurrenten hinterher zu fahren. Ruppel hält nichts von Rücksichtnahme gegenüber Damen und ist bereits in der ersten Runde an der Spitze. Ähnlich scheint auch Rene Krüger aus Halle zu denken, denn er greift die hübsche Miss aus Neudossenfeld pausenlos an. Irgendwann ist er dann irgendwie vorbei gekommen und beendet diesen lauf als Zweiter. Abgeschlagen landet Thomas Alexiewicz auf Platz vier.

Klasse 2 Supertourenwagen
Ganze fünf Fahrzeuge sind am Start. Wolfgang Schwarz aus Bremen zieht mit seinem Golf 3 auf und davon. Grit Hennersdorf ist Zweite, gefolgt von Rene Schlöffel, Denis Vesper und Martin Münch (Tageslizenz) Mittlerweile hat die Bahn doch ein paar tüchtige Löcher bekommen. Bei Rene Schlöffel bricht die hintere Radaufhängung. Grit Hennersdorf kämpft sich dicht an Schwarz heran. Wird der gelbe Golf diesmal halten? Er hält und kann sich gegenüber dem Citroen auch wieder ein wenig Luft verschaffen. Schwarz gewinnt, Hennersdorf auf dem zweiten Platz und Vesper schließlich Dritter.

Klasse 3 Spezialautocrossfahrzeuge bis 1400 ccm.
Kaum zu glauben, daß lediglich 4 Autos ein so packendes Rennen abliefern können.
Meinzl, Fiedler, Naumann an diesem Tag fast gleichwertig jagten um die Bahn, als wären alle Teufel hinter ihnen her. Immer wieder wurden Angriffe gefahren und Frank Meinzel hatte wirklich alle Mühe, die Spitze zu behaupten. Am Ende blieb die Reihenfolge wie am Anfang. Die drei an der Spitze blieben innerhalb einer Sekunde. Ivo Sauerbrey folgte als Vierter mit 10 Sekunden Rückstand.

Klasse 4 Spezialautocrossfahrzeuge über 1400 ccm
Dennis Engel startet fulminant und setzt sich sofort an die Spitze. Erich Faul mit Macht hinterher. Dann Rausch, Carsten Schlöffel Straub und Tilo Richter mit dem Tatra.
In der fünften Runde große Aufregung. Rote Fahnen, Rennabbruch! Erich Faul ist in der Senke auf den Wall gekommen und hatte sich überschlagen. Notarzt und Rettungswagen hatten aufgepasst und waren nach kurzer Zeit zur Stelle. Erfreulicherweise brauchten sie nicht einzugreifen, Herr Faul erfreute sich bester Gesundheit. Beim Restart blieb sein Startplatz zunächst frei, aber im Lager Faul hatte man die Chance, einige Meisterschaftspunkte zu machen schnell erkannt. Ein eilig aufgefüllter Liter Motorenöl sollte den Verlust anlässlich der Rückenlage ausgleichen und schließlich fährt ein Spezialcrossauto auch mit Zweiradantrieb. Also schnell noch auf den freien Startplatz und die Hatz konnte erneut beginnen. Brav spulte Erich mit dem waidwunden Auto seine Runden ab. 12 Meisterschaftspunkte konnten für diese Mühen gut geschrieben werden.
An der Spitze dominierte einmal mehr Europameister Denis Engel, vor Markus Rausch und Carsten Schlöffel. Michael Straub war schon nach drei Runden des ersten Versuches ausgeschieden.

Die Finalläufe

Serientourenwagen
Stefanie Benker gewinnt den Start. Rene Krüger David Kallauch, Thomas Schulze, Oliver Storz, Markus Ruppel, Domenic Bendix, und Thomas Alexiewicz, daß ist die Reihenfolge in der ersten Runde. Rene Krüger kann seine Spitzenposition geschickt verteidigen. David Kallauch und Markus Ruppel holen auf. Bendix verhält sich klug und aus allem Gerangel heraus. Er hat begriffen, daß weniger manchmal auch mehr sein kann.
Thomas Schulze fehlt nach der ersten Runde, Stefanie Benker nach Runde 5 und Thomas Alexiewicz erwischt es auch noch nach 8 Runden.
Der Einlauf also wie folgt: Krüger, Kallauch, Ruppel, Bendix, Storz.

Supertourenwagen
Man durfte gespannt sein, ob Grit Hennersdorf oder Urgestein W. Schwarz die Goldmedaille gewinnen würde. Denis Vesper war für Bronze gesetzt.
Schwarz mit rasantem Start in Führung, Frau Hennersdorf mit List auf eine gute Gelegenheit lauernd hinterher. Mitten in der dritten Runde tat es dann ausgehend vom Antrieb einen lauten Schlag. Aus der Traum vom Finalsieg für Wolfgang Schwarz, dem wiederum einige Stunden in seiner Werkstatt an seinem Rennauto bevorstehen.
Grit Hennersdorf fuhr also einem ungefährdetem Sieg entgegen. Sie hatte an diesem Wochenende vielleicht nicht das schnellste, dafür aber das zuverlässigste Auto am Start.

Spezialcrossfahrzeuge
Zwischen 2. Wertungslauf und Finallauf lag genügend Zeit für Erich Faul, um sein Auto wieder völlig flott zu bekommen. Also ein erneutes Duell zwischen Faul und Engel?
Engel mußte von ganz hinten starten und sah eine Lücke, die es eigentlich nicht gab. Sein Auto stieg auf und blieb halb im Wall hängend liegen. Frank Meinzel konnte nicht mehr ausweichen und knallte ins Engelsche Heck. Damit waren zwei wichtige Mitstreiter außer Gefecht. Diese Gelegenheit ließ Erich Faul natürlich nicht ungenutzt. Obwohl ihm seine Hintermänner tüchtig einheizten gewann er mit wenigen Hundertsteln vor Mirko Fiedler.
Mit etwas größerem Abstand folgten Markus Rausch und Carsten Schlöffel. Daniel Naumann machte schon nach 7 Runden Feierabend.

Sowohl die Aktiven als auch die Zuschauer hatten einen spannenden Renntag erlebt und waren insgesamt sehr zufrieden. Die Fahrer wünschten sich weniger Löcher und Bodenwellen und vielleicht ein paar Meter mehr Streckenbreite. Überholen war, wie in Monaco, nur sehr schwer möglich.
Den Organisatoren ein Dankeschön für perfekte Arbeit. Und sollte es doch Unzulänglichkeiten gegeben haben, dann hat man sie wenigsten nicht gemerkt.

Eberhard Rast
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